Bewertung 10-Minuten-Abschriften

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jota
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Bewertung 10-Minuten-Abschriften

Beitrag von jota »

Nachdem jetzt das Tastschreiben eigentlich in die 5. und 6. Klasse rutschen sollte und die Mindestanschlagszahlen in den "neuen Lehrplänen" angepasst wurde bleibt trotzdem noch eine Frage:

Wie handhabt ihr die Bewertung der 10-Minuten-Abschriften?

Wurde unlängst von einer FLA auf das Thema angesprochen.
Bei mir ist es so, dass ich Tastschreiben in der 6. Jahrgangsstufe anfangen muss. Ich versuche dann natürlich auch alle Buchstaben und die geforderte Anschlagszahl in dem Jahr unter zu kriegen.

Ich fange in Tastschreiben immer "ohne Korrektur" an, damit die Schüler sich anfangs darauf konzentrieren fehlerfrei zu schreiben. Der Einfachheit halber zähle ich zuerst die fehlerfreien Zeilen der Schüler. Das können sich die Kinder besser merken. In der ersten Abschrift demnach 6 Zeilen = Note 1, 5 Zeilen = Note 2, 4 Zeilen = Note 3, 3 Zeilen = Note 4, 2 Zeilen = Note 5, 1 und 0 Zeilen = Note 6 (Eine Zeile entspricht meist auch etwa 50 Anschlägen ...)
Sobald ich dann die Korrektur einführe (November/Dezember) wechsle ich auch zu dem üblichen "Fehler x 100 / Anschläge", wobei ich die Bewertung wie im Quali der letzten Jahre (0,000 - 0,100 % = Note 1 ...) entschärfe. Immerhin schreiben die Kinder ja anfangs auch weniger Anschläge. Ich verdopple einfach (0,000 - 0,200 % = Note 1).
Wer 400 Anschläge über die Mindestanschlagszahl kommt bekommt 1 Fehler abgezogen. Wer 600 mehr hat bekommt 2 Fehler abgezogen. 800 Anschläge mehr, 3 Fehlerabzüge, etc.
Wer bis 50 Anschläge unter der Mindestanschlagszahl liegt bekommt 1 Note abgezogen. Bis 100 Anschläge weniger, 2 Noten, etc.
Steht auch alles in meinen Dateien.
Bisher hat das recht gute Durchschnitte erzielt.

Allerdings läuft noch alles nach der herkömmlichen Methode ab.
Wie sehen eure Bewertungen nach der herkömmlichen Methode aus?
Und vorallem: Wie sehen eure Bewertungen mit der multisensorischen Methode aus?!
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Bernhard
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Re: Bewertung 10-Minuten-Abschriften

Beitrag von Bernhard »

Da hast du schöne Übersichten erstellt. Sind für den Aushang im Computerraum, oder? Ich finde es einfacher in unteren Jahrgangsstufen bei der Berechnung den Faktor 100 anzpassen. Wenn ein Fehler nicht mehr 100 Wert ist sondern nur noch 80 dann kannst du dafür den Schlüssel immer gleich lassen. Find ich einfacher im "Handling".

Ich nutze für 10-Minuten-Abschriften meine Excel-Tabelle. Wenn du dort die Mindestanschlagszahl eingibst, dann rechnet sie automatisch von der eingegebenen Mindestanschlagszahl +400 für "Bonusfehler" usw.

Jetzt musste ich gerade selber 2 Minuten suchen bis ich den Beitrag gefunden habe. :) Habe ihn jetzt hier im Forum angepinnt.

http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php?f=230&t=103

In 5 und 6 habe ich bisher nicht unterrichtet. Die Leistungen der 7.-Klässler überzeugen mich dieses Jahr aber nicht: 80 % Tastenkucker nach Tastschreiben 5/6

Bei der Bewertung der Anfänger nutze ich auch die Bewertung fehlerfreier Zeilen. Der Einfachheit halber lasse ich diese dann auch noch in TuBp mit "Sicherheitsschreiben" erfassen.
Ich beantworte keine Fragen per PN oder Mail die im Forum beantwortet werden können!
Meine Seite: www.herrseibert.de
Meine private Seite: www.nachtelb.de
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Re: Bewertung 10-Minuten-Abschriften

Beitrag von FKD »

Ich verwende auch eher die klassische Bewertungstabelle mit den 0,100er-Schritten, allerdings hab ich da immer Bauchschmerzen, wenn die Mindestanschlagszahl unter 1.000 ist.

Beispiel 600 Anschläge:
0 Fehler = 0,000 F% = Note 1
1 Fehler = 0,167 F% = Note 2
2 Fehler = 0,333 F% = Note 4
3 Fehler = 0,500 F% = Note 5
ab 4 Fehler = Note 6

Ein Versuch von mir war deswegen, bei Abschriften unter 1.000 Anschlägen einen festen Fehlerschlüssel herzunehmen und diesen mit der Mindestanschlagszahl zu verrechnen. Aber so ganz glücklich war ich damit auch nicht.

Momentan vermeide ich benotete 10-Minuten-Abschriften mit niedrigen Anschlagszahlen.
Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.
Kurt Tucholsky (1890-1935)
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Re: Bewertung 10-Minuten-Abschriften

Beitrag von Marina »

Ich habe diese (in meinen Augen zu) strenge Bewertung auch so gelöst wie Bernhard: bei einer geringeren Mindestanschlagszahl war die Berechnung x 10 % der geforderten Mindestanschlagszahl bei gleichbleibenden Notenschlüssel.

Beispiel:
Mindestanschlagszahl: 600. Berechnung: (Fehler x 60) / Anschlagszahl

Ich fand es so am einfachsten und fairsten, Notenzu- oder -abschläge je nach Anschlagszahl natürlich inbegriffen.
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jota
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Re: Bewertung 10-Minuten-Abschriften

Beitrag von jota »

@Bernhard
ja, die übersichten waren nur für den aushang bestimmt.
eine excel-tabelle als übersichtliche berechnung der note für die schüler hab ich auch. die ist dann einmal für die 6./7. klasse und einmal für die 8./9. klasse angepasst. kann sie ja auch mal ran hängen in dem anderen beitrag. bissl unterschiedlich ist sie nämlich schon.

das zeilenschreiben/sicherheitsschreiben würde ich auch gerne weiterhin machen (wenn da nicht das problem an meiner PROBLEM-schule wäre mit windows 7 und tubp 9.0 :rolleyes: )

und leider stimmt es auch dass die durchschnittliche schülerleistung mit jedem jahr weiter absinkt :|

@FKD
ja genau dieses problem ist mir auch schon mehrmals negativ aufgefallen bei der bewertung von ersten 10-minuten-abschriften in der 6./7. klasse.

@Marina
eine prozentuale lösung des problems ist wirklich ein guter ansatz!

@all
wobei ich mir natürlich auch immer wieder denke: als ich noch auf der schreibmaschine schreiben musste wurde damals das lustige blockschreiben bewertet... drei fehlerfreie zeilen waren ein block. egal in welcher zeile des blocks ein fehler war... der gesamte block wurde dann nicht mehr als richtig bewertet :rolleyes: und die schüler heutzutage schaffen es nicht mal gaaaaaanz einfache tastwegübungen oder texte in 10 minuten fehlerfrei zu schreiben... eigentlich haben sie es gar nicht verdient dass man ihren unterirdischen leistungen so gutmütig entgegen kommt. :rolleyes:
ich werde jetz einfach mal eine prozentuale berechnung an den abschriften der schüler für mich vornehmen und die leistungen über das jahr vergleichen. dann fällt es mir sicherlich leichter mich im nächsten schuljahr für ein konzept zu entscheiden.

vielen dank an alle für eure beiträge bisher :top:

NACHTRAG:
hab jetzt über dein dreisatz mal ausgerechnet wie viele fehler welche note bedeuten würden wenn man von einer endleistung von 1400 mindestanschläge und dem fehlerzähler 100 ausgeht (also die übliche formel: fehler * 100 / Anschläge).

daraus ergibt sich bei einer prozentualen berechnung - egal wieviele mindestanschläge:
0 und 1 fehler = note 1
2 fehler = note 2
3 und 4 fehler = note 3
5 fehler = note 4
6 und 7 fehler = note 5
ab 8 fehler = note 6

dazu kommen dann natürlich noch fehlerabzüge bei übermäßig vielen anschlägen und notenabzüge bei zu geringer anschlagszahl.

vorteil: die schüler (und auch eltern) müssen nicht mehr so viel rechnen und können sich die benotung leichter merken/vorstellen.

nachteil: im vergleich zu der herkömmlichen benotung in einer gruppe wirtschaft 9 hätte eine schülerin eine note schlechter bekommen.
in einer gruppe wirtschaft 8 hätte eine schülerin dafür eine noten besser bekommen.
und in meinen drei gruppen tastschreiben 6 hätten 5 schüler 1 notenstufe und 2 schüler sogar 2 notenstufenbesser abgeschnitten.

die prozentuale benotung wirkt sich auf die benotung von anfängern eher positiv und für fortgeschrittene negativ aus... hm...
Bild

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