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Das zeigt nur mal wieder, wie schwierig es für den BLLV ist, in Sachen Fachlehrer eine eindeutige Position zu formulieren. Einerseits wird "seit langem gefordert, die Ausbildung m/t auszuweiten" und die hohe Qualifikation der Fachlehrer gelobt, andererseits verweigert Herr Wenzel die aktive Zusammenarbeit bei der Reform der FISO mit dem Hinweis, dass "nicht akademisch ausgebildete Lehrkräfte die Qualität des Unterrichts gefährden".
Auch die Einführung des Faches Technik für Hauptschullehramt an der Uni würde die - zu Recht gelobte - hohe Qualität der Ausbildung an den Staatsinstituten nicht mal annähernd halten können. Denn selbst wer dieses Fach dann als Hauptfach für sein Studium wählen würde hätte es ja dann nicht vertieft studiert. Bei den Nebenfächern naturgemäß noch viel weniger. Das lässt sich nun wahrlich nicht mit der Fachausbildung vergleichen. Und zwar im negativen Sinne. Das kann ich sowohl aus der Sicht eines Fachlehrers m/t als auch aus der Sicht eines Studierenden bzw. Lehrenden an der Uni aus eigener Erfahrung versichern.
Wenn dann der BLLV beklagt, dass ein "Großteil der FL an die RS abwandert" wundert mich das schon. Denn es ist höchstens ein großer Teil (und kein Großteil, was ja mehr als die Hälfte sein müsste). Und hätte sich der BLLV in der Vergangenheit mit all seiner Macht dafür eingesetzt, dass FL nicht zum geringeren Gehalt auch noch mehr Stunden unterrichten müssen dann würden wohl auch nicht so viele abwandern.
Bei all dem darf man nicht vergessen, wo dieser Artikel erschienen ist und welche Wirkung er entfalten kann. Ich bedanke mich ausdrücklich bei Herrn Etter für seine Darstellung der Qualität der Fachlehrerausbildung. Der Rest des Artikels wird vermutlich ohne Wirkung bleiben - und zwar zu Recht.
meisdaa hat geschrieben:Ich möchte doch in dieser Diskussion mal daran erinnern, dass wir einen Job haben, um welchen uns nicht wenige beneiden: Per mittlere Reife A11 zu erreichen ist doch mal erwähnenswert - oder.
Hierzu möchte ich anmerken, dass wir A11 nach einer insgesamt 6jährigen Ausbildung (zwei davon mit Anwärterbezügen) und erst nach vielen Dienstjahren werden können. Im direkten Vergleich hierzu die Polizei: 2jährige Ausbildung nach mittlerer Reife bei Anwärterbezügen, danach zeitlich geregelter Aufstieg bis A9, dann Möglichkeit zu erweiterter Ausbildung (das nennt sich dann Fachhochschule der Polizei) zum gehobenen Dienst. Das sind nochmal zwei Jahre bei vollen Bezügen (!) plus Trennungsgeld etc. Danach wiederum geregelter Aufstieg bis A12. Habe im Freundeskreis jemanden, der genau diesen Weg gegangen ist und inzwischen A12 ist. Übrigens um Jahre schneller als ein FL an der HS A11 werden könnte. Und nicht zu vergessen während der ganzen Zeit schon mit Bezügen. Die Gefährlichkeit des Berufes kann auch nicht als Argument vorgebracht werden - in den letzten 10 Jahren sind in Deutschland wohl nicht weniger Lehrer als Polizisten erschossen worden. Übrigens ist bei A12 dann noch nicht Schluss. Laufbahntechnisch geht dann auch der Übergang in den höheren Dienst. Bin sehr gespannt, ob in der Dienstrechtsreform in dieser Art auch für Fachlehrer was passiert. Dazu hab ich vom BLLV noch nichts gehört. Beneidet werden wir höchstens von Leuten, die von unserer täglichen Arbeit nicht allzu viel Ahnung haben.
vg
Dieter