Zu wenig Fachlehrer - Abwertung der Fächer - Diskussion!

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Borcas
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Beitrag von Borcas »

Vor allem ist es ein riesiger Unterschied, ob ich die Geschichte als AG aufziehe oder pflichtmäßig meinen ganzen Unterricht so umsetzen muss...
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Beitrag von Deleted User 458 »

Richtig. Vor allem wenn man 19er Gruppen hat.
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Borcas
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Beitrag von Borcas »

Zu diesem Thema bitte auch folgendes beachten:

Würde den fertigen Brief später gerne mit Unterschriftenliste an die einzelnen Schulamtsbezirke weiterleiten, um die Liste dort von Schule zu Schule zu schicken und Unterschriften zu sammeln.

Zu diesem Zweck wäre es wichtig, in jedem Schulamtsbezirk einen Ansprechpartner zu haben, an den ich die Sachen weiterleiten kann.

Tragt euch also bitte als Ansprechpartner ein und sucht in eurem Bekanntenkreis (oder auch hier im Forum) nach Leuten, die für andere Schulamtsbezirke die Verantwortung übernehmen.

Zur Eintragung der Verteiler geht es hier:

http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php?t=872
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sunshine-sr
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Beitrag von sunshine-sr »

Sabine hat geschrieben:Ich fände es schon gut, wenn in der 8ten nur noch ein Fach gewählt würde, das dafür dann 4 stündig. Dann könnte man schon früher richtig in die Tiefe gehen.
Hi Sabine,

ich denke nicht, dass beabsichtigt ist, unseren Schülern etwas Gutes zu tun. Der Rückgang der Schülerzahlen - der sich vor allem in den ländlichen Bereichen bemerkbar macht - wird der Grund dieser Überlegungen sein. Es ist leichter, ein vierstündiges Fach an andere Schulen auszulagern. Ich vermute mal, dass in Zukunft z. B. 5 Schüler der Schule A und 6 Schüler der Schule B zu Schule C gekarrt werden, um dort in einer 16er-Gruppe unterrichtet zu werden. Stell dir mal vor, wieviele Fachlehrerstunden sich damit einsparen lassen.

Unter dem Aspekt lässt sich dann auch keine stundenplantechnische Teilung mehr durchführen. Also doch 4 Stunden am Stück vor dem PC sitzen.

Grundsätzlich wäre ich nicht froh um eine frühere Spezialisierung auf ein Fach. Zum Profil der HS gehören diese berufsvorbereitenden Fächer. Regelschüler haben leider eh kaum relle Chancen auf einen kaufmännischen Beruf. Warum sollten sie sich dann auf KtB spezialisieren? Da ist es doch auf jeden Fall besser, noch in 8 zweigleisig zu fahren. Oder soll das Fach KtB dann nur noch - in Verbindung mit Buchführung - für M-Schüler zugänglich sein?

Gruß Oliver
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wodga
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Zukunft der Hauptschule - Offener Brief (Fragment)

Beitrag von wodga »

Hauptschulinitiative

Sehr geehrter Herr Minister,

mit Interesse verfolgte ich die Ankündigung einer Hauptschulreform unter dem Stichwort Hauptschulinitiative.

Unter anderem ist dort die Rede von einer "Stärkung des Praxisbezugs". Aktuell ist genau das Gegenteil zu beobachten: Die Praxisfächer der Hauptschule werden zunehmend von solchen Lehrkräften unterrichtet, die nicht oder kaum dafür ausgebildet wurden. Das Ergebnis ist, dass dies zu einer weiteren Aufweichung des praktischen Profils geführt hat. Fächer in denen das klassische Schülerklientel der Hauptschule punkten konnte, wurden auf der Seite der „zwangsverpflichteten“ Lehrer zu ungeliebten Zusatzfächern mit entsprechenden Konsequenzen für die Schüler.

Wollte man also jenseits von griffigen Formeln des politischen Tagesgeschäfts eine wirkliche „Stärkung des Praxisbezugs“, müsste man gezielt Fachlehrer ausbilden, die diese Bereiche kompetent und motiviert unterrichten.

Bis im kommenden Jahr die Reform in ein Gesetz gegossen wird, würde ich mir ausserdem ein Forum wünschen, wo anzustrebende Änderungen auf breiter Basis diskutiert werden könnten ...
Ich habe dieses Fragment schon länger in der Schublade indes fehlt mir im Moment die Zeit, vielleicht nützt's trotzdem was.
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard »

Ich möchte euch auf die ersten konkreten Ideen aus dem KM zur Hauptschulreform hinweisen:

http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php?t=874
Ein Austausch von Lehrkräften zwischen BS und HS ist vorgesehen.

BS-Lehrer unterrichtet Fachunterricht an HS.
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tabsi
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Beitrag von tabsi »

dieses Vorhaben scheitert aber meines Erachtens wieder an finanziellen Gesichtspunkten.
Der Berufsschullehrer bekommt A14 / A15, der Hauptschullehrer A12 / A13.

Außerdem hat der Berufsschullehrer (höherer Dienst) wesentlich weniger Stunden als ein Hauptschullehrer.

So ist der Berufsschullehrer überqualifiziert.

Wenn z. B. ein Berufsschullehrer, sind ja Studienräte, Oberstudienräte und Studiendirektoren, mehr als 5 Stunden Sport unterrichtet, dann muss er eine Stunde zusätzlich machen.

Kann sein, dass ein Austausch von Berufsschul-Fachlehrern stattfindet.

Ist alles eine Sache des Geldes, da sind viele Schreibtischtäter am Werk, damit ja kein Cent zu viel 'verschwendet' wird.

Das Wohl unserer Schüler steht da ganz hinten an, wie schon einmal ein Kollege hier bemerkt hat.

tabsi
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tabsi
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Beitrag von tabsi »

Da fällt mir noch was ein, was ja ganz krass im Gegensatz zu Bernhards Ausführungen steht.

Die jetzige Fachlehrerin HH darf NUR noch an Berufs- und Berufsfachschulen unterrichten und hat auch eine andere Ausbildung seit diesem Schuljahr als die Fachlehrerin EG. Diese DARF nur an Grund-, Haupt-, Förder- und Realschulen unterrichten.

Es ist alles so absurd!

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tabsi
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Beitrag von tabsi »

Jetzt fällt mir noch was dazu ein:
Falls ein Fachlehreraustausch zwischen den Berufsschulen und den Hauptschulen stattfinden würde, dann wäre das auch für die Fachlehrer /mt ein großer Gewinn. Sie könnten viel von dem mitnehmen in ihren Unterricht, was an der Berufsschule so unterrichtet wird.

Ich mein jetzt nicht den kaufmännischen Bereich, sondern den gewerblich-technischen Bereich.

tabsi
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Borcas
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Beitrag von Borcas »

@ wodga

Hoffe, du bist nicht böse, wenn dein "Fragment" erst mal keine Beachtung findet, denn ich habe das Schreiben, so wie ich es mir vorstelle, eigentlich schon so gut wie fertig.

Freue mich aber wahnsinnig, dass noch jemand außer mir die Sache anpacken wollte.
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard »

tabsi hat geschrieben:Falls ein Fachlehreraustausch zwischen den Berufsschulen und den Hauptschulen stattfinden würde, dann wäre das auch für die Fachlehrer /mt ein großer Gewinn. Sie könnten viel von dem mitnehmen in ihren Unterricht, was an der Berufsschule so unterrichtet wird.
Du glaubst doch nicht wirklich, dass die hochbezahlten Berufsschullehrer zu uns an die Hauptschule kommen, damit wir hier Co-Education betreiben können? Nur so könnte man wirklich "was mitnehmen".
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Beitrag von Bernhard »

tabsi hat geschrieben:Da fällt mir noch was ein, was ja ganz krass im Gegensatz zu Bernhards Ausführungen steht.

Die jetzige Fachlehrerin HH darf NUR noch an Berufs- und Berufsfachschulen unterrichten und hat auch eine andere Ausbildung seit diesem Schuljahr als die Fachlehrerin EG. Diese DARF nur an Grund-, Haupt-, Förder- und Realschulen unterrichten.
Welchen Ausführungen widerspricht das? Ist doch nur 'ne Titelgeschichte.
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tabsi
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Beitrag von tabsi »

Bernhard hat geschrieben: Du glaubst doch nicht wirklich, dass die hochbezahlten Berufsschullehrer zu uns an die Hauptschule kommen, damit wir hier Co-Education betreiben können? Nur so könnte man wirklich "was mitnehmen".
Die FACHLEHRER an der Berufsschule sind ja nicht hochbezahlt, die bekommen genau so A11 wie ihr.
Sie haben vielleicht 2 oder 3 Stunden weniger Unterricht, aber dafür müssen sie unheimlich viel Verwaltungsarbeit leisten. Und darum muss man sie wirklich nicht beneiden.

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Beitrag von tabsi »

Bernhard hat geschrieben:
tabsi hat geschrieben:Welchen Ausführungen widerspricht das? Ist doch nur 'ne Titelgeschichte.
Dem schulartübergreifenden Austausch der Lehrkräfte, die du in deiner 'Titelgeschichte' erwähnt hast.

Hier möchte ich noch was einwerfen. Die Schüler haben oft ein völlig unrealistisches Bild von der Arbeitswelt. Ich erlebe hier oft (ich spreche wieder aus den Erfahrungen in der Förderschule, wo eh nur ein extrem geringer Teil eine Lehrstelle bekommt), dass sich die Schüler vorstellen, dass sie den Beruf bekommen, den sie sich vorstellen.

Ein Beispiel aus einer 9. Klasse: Ich unterrichtete an der Berufsschule Bäckereifachverkäuferinnen. Da dies ein nicht sehr anspruchsvoller Beruf ist, haben hier die Schülerinnen der Hauptschule und zum Teil auch der Förderschule die Chance, eine Lehrstelle zu finden.
Also bereite ich sie im praktischen Unterricht unter anderem auch darauf vor. Eine Schülerin beklagt sich ununterbrochen, dass sie diesen Beruf eh nicht lernen will ("Ich werde Friseurin!"), und sie das 'Zeug' gar nicht braucht.
Es müsste den Schülern aber klargemacht werden, dass sie sehr häufig NICHT den Traumberuf bekommen. Realschüler/innen vielleicht schon eher.

Ich hab das in der Berufsschule immer gemerkt, als ich am Anfang fragte, ob sie denn Bäckereifachverkäuferinnen lernen wollten, da haben 8 von 10 mit "nein" geantwortet. Und entsprechend frustriert waren sie dann im Unterricht gesessen. Aber dass dieser Beruf immer noch besser ist als gar keiner, das konnte man ihnen nicht verklickern.

tabsi
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard »

tabsi hat geschrieben:
Die FACHLEHRER an der Berufsschule sind ja nicht hochbezahlt, die bekommen genau so A11 wie ihr.
Sie haben vielleicht 2 oder 3 Stunden weniger Unterricht, aber dafür müssen sie unheimlich viel Verwaltungsarbeit leisten. Und darum muss man sie wirklich nicht beneiden.
Im Kern ging es aber um "Co-Education" und nicht um "hochbezahlt".