Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Forumsregeln
In dieser Tauschbörse können nur angemeldete Benutzer tauschen.
Bitte sortiert euer Unterrichtsmaterial in die fachspezifischen Foren.
Die Inhalte sind unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert soweit nicht anders angegeben. Durch die Veröffentlichung hier im Forum stellt der Autor das Material unter diese Lizenz! ALLE REGELN
Creative Commons License
Benutzeravatar
Borcas
Moderator
Moderator
Beiträge: 1932
Registriert: 24.05.2004 12:10
Punkte aus Reaktionen: 0
Ausbildungsort: Bayreuth
Ausbildungsjahr: 2000
Wohnort: Weidenberg

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von Borcas »

Nur um das von Bernhard bereits Angedeutete auszuführen:

War die letzten 8 Jahre im Landkreis Main-Spessart/Unterfranken eingesetzt, beinahe 200 km von zu Hause (Kreis Bayreuth/Oberfranken). Habe davon die letzten 6 Jahre eine feste Beziehung geführt und während meiner Zeit dort auch geheiratet. Wurde jetzt, nach 8 Jahren und nachdem ich auch schon über ein Jahr verheiratet war, endlich nach Schweinfurt/Unterfranken versetzt, immerhin noch 135 km von zu Hause. Fahre zur Zeit täglich 270 km, um zur Arbeit und wieder zurück zu kommen und gleichzeitig noch so etwas wie ein Familienleben zu führen.

Erzähl' mir also nicht, ich wüsste nicht, wovon du sprichst!!!

Ich weiß, wie frustrierend das ist und ich bin oft genug selbst gefrustet. Aber dennoch meine unumstößliche Meinung:
Die Kinder können nichts dafür! Und ich finde es unverantwortlich und nicht mit meiner Berufseinstellung vereinbar, wenn ich höre, dass die Kinder die Leidtragenden sein sollen, weil mir meine Anstellungssituation nicht passt.
Dass die Kinder die Leidtragenden sind, wenn immer mehr Lehrerstellen gekürzt werden, wenn immer weniger Finanzmittel zur Verfügung stehen, Klassenstärken zunehmen, Fachunterricht in Klassenstärke stattfindet, Ausstattung und Material ein Defizit aufweisen, Exkursionen nur noch in immer geringerem Umfang durchgeführt werden können, etc. etc., ist vollkommen klar.

Aber unter meinen persönlichen Anstellungsproblemen dürfen sie nicht leiden!

Und zur Ausbildung:
Es handelt sich für eine bayernweite Ausbildung. Du DARFST in ganz Bayern als Fachlehrer arbeiten. Dies hat auch Vorteile. Wenn die Ausbildung also für ganz Bayern gilt, mit welchem Recht sollte die Ausbildung dann nur eine bestimmte Anzahl an Auszubildenden aus einem Regierungsbezirk aufnehmen? Es fehlt deiner "Meinung" einfach an jeglicher rechtlicher Grundlage.

Vielleicht hätte die Ausbildung dich besser informieren können. Das mag sein. Denn ich weiß, dass der Informationsfluss früher an den Ausbildungsstätten mäßig war. Doch hätte dich eine Aussage in der Art von "Sie werden Schwierigkeiten haben in der Oberpfalz eine Stelle zu finden" tatsächlich davon abgehalten, den Beruf zu ergreifen? Vielleicht ja, vielleicht nein. Ich weiß das nicht.

Abschließend aber noch eine letzte andere Frage:
In welchem Beruf hast du nach Abschluss deiner Ausbildung/deines Studiums die Garantie, dort zu landen, wohin du willst?
http://www.borcas.de <-- Fachlehrerinfos und mehr
bunny
Anforderungsübertreffer
Anforderungsübertreffer
Beiträge: 161
Registriert: 03.11.2004 12:27
Punkte aus Reaktionen: 0

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von bunny »

Und dann wollen wir doch nicht unterschätzen, dass das Beamtendasein nicht nur Vorteile bringt.
Wenn ich mir meinen Arbeitsplatz aussuchen will, muss ich in der freien Wirtschaft suchen oder an eine Privatschule gehen, wenn möglich.
Benutzeravatar
Bernhard
SEIBERT
SEIBERT
Beiträge: 2886
Registriert: 22.05.2004 22:48
Punkte aus Reaktionen: 1
Name: Bernhard Seibert
Ausbildungsort: Augsburg
Ausbildungsjahr: 2002
Wohnort: Buttenwiesen

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von Bernhard »

Borcas hat geschrieben:... Wenn die Ausbildung also für ganz Bayern gilt, mit welchem Recht sollte die Ausbildung dann nur eine bestimmte Anzahl an Auszubildenden aus einem Regierungsbezirk aufnehmen? Es fehlt deiner "Meinung" einfach an jeglicher rechtlicher Grundlage. ...
Ich verstehe deine Meinung, bin mir aber nicht sicher, ob dies rechtlich auch wirklich so ist. Der Freistaat ist auch nur ein Arbeitgeber. Er darf seine eigenen Regeln aufstellen um eine zufriedenstellende Unterrichtsversorgung die in gutem Verhältnis zu den persönlichen Bedürfnissen seiner Mitarbeiter steht zu gewährleisten. Ich bin mir nicht sicher, ob der Vorschlag einer Zulassung nach Wohnort wirklich den Rahmen sprengen würde oder ob vielleicht eine ähnliche Regelung (z. B. Vorherige Festlegung auf gewünschten Regierungsbezirk führt zu einer verbesserten Einstufung beim der Einstellungsprüfung am Staatsi wenn für diesen Regierungsbezirk Bedarf besteht?) tragbar wäre.

PS: Nachdem das hier eine personalpolitische Diskussion ist verschieb ich das Thema in die Bildungspolitik (und eben auch Personalpolitik).
Ich beantworte keine Fragen per PN oder Mail die im Forum beantwortet werden können!
Meine Seite: www.herrseibert.de
Meine private Seite: www.baumlaube.de
Benutzeravatar
Borcas
Moderator
Moderator
Beiträge: 1932
Registriert: 24.05.2004 12:10
Punkte aus Reaktionen: 0
Ausbildungsort: Bayreuth
Ausbildungsjahr: 2000
Wohnort: Weidenberg

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von Borcas »

Ok, ich bin kein Rechtsanwalt. Aber wenn ich mir die Situation vorstelle, dass sich der Freistaat Bayern das Recht nimmt, Personen aus bestimmten Regierungsbezirken bei der Aufnahme offiziell zu bevorteilen, dann kann ich mir bereits jetzt die Schwemme an Klagen aller anderen Bewerber ausmalen. Denn auch das wäre Diskriminierung. Und zwar in seiner reinsten Form.

Im Endeffekt ist es doch so:
Die Voraussetzungen sind, wie sie sind. Um eine bessere Werbung in den unterbesetzten Regierungsbezirken wird sich mittlerweile bemüht. Doch die Aufnahmebedingungen werden sich sicherlich nicht in einer Weise ändern, dass der Staat hinterher Angst haben muss, mit Klagen überhäuft zu werden.

Also gibt es nur einige Möglichkeiten, um die Situation zu verbessern:
- Bessere Werbung in unterbesetzten Regierungsbezirken
- Neue Ausbildungsstätten in unterbesetzten Regierungsbezirken
- Genaue Information der Auszubildenden über die Anstellungschancen

Und alles andere liegt im eigenen Entscheidungsfeld der Bewerber.
http://www.borcas.de <-- Fachlehrerinfos und mehr
Benutzeravatar
Bernhard
SEIBERT
SEIBERT
Beiträge: 2886
Registriert: 22.05.2004 22:48
Punkte aus Reaktionen: 1
Name: Bernhard Seibert
Ausbildungsort: Augsburg
Ausbildungsjahr: 2002
Wohnort: Buttenwiesen

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von Bernhard »

Bei meinem Alternativ-Vorschlag wäre das aber nicht der Fall. Da würden Bewerber - die sich im Vorfeld auf einen bestimmten Regierungsbezirk festlegen - bevorzugt.
Ich beantworte keine Fragen per PN oder Mail die im Forum beantwortet werden können!
Meine Seite: www.herrseibert.de
Meine private Seite: www.baumlaube.de
Benutzeravatar
Borcas
Moderator
Moderator
Beiträge: 1932
Registriert: 24.05.2004 12:10
Punkte aus Reaktionen: 0
Ausbildungsort: Bayreuth
Ausbildungsjahr: 2000
Wohnort: Weidenberg

Re: Versetzung von Oberbayern in die Oberpfalz?

Beitrag von Borcas »

Dann wäre doch die einfachste Variante genau das, was schon seit Jahren viele von uns fordern:

Mehr Ausbildungsstätten.

Gäbe es in jedem Regierungsbezirk eine Ausbildungsstätte für Fachlehrer (und zwar 1 für alle Arten Fachlehrer), könnte man von vornherein die Leute, die sich dort bewerben, auch für den dortigen Einsatz einplanen.

Dennoch denke ich, wir brauchen hier nicht so intensiv über diese Dinge diskutieren. Denn unsere Ideen werden wohl nur in geringstem Maße von Interesse sein.

Der Punkt, der mir an der Diskussion wichtig war, war die Geschichte mit "Die leidtragenden sind die Schüler". Und dazu habe ich meine Meinung deutlich gesagt.
http://www.borcas.de <-- Fachlehrerinfos und mehr