Unterschriftenaktion zur Fachlehrersituation

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Borcas
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Unterschriftenaktion zur Fachlehrersituation

Beitrag von Borcas »

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

über die letzten Monate hinweg hat sich gezeigt, dass es, die momentane Situation der Fachlehrer m/t an bayerischen Hauptschulen betreffend, viel Gesprächsstoff gibt. Um dem Kultusministerium und im Besonderen Herrn Staatsminister Schneider die wichtigsten Punkte, die sich aus den vielen Gesprächen hier im Forum herauskristalisiert haben, nahe zu bringen, wollen wir ihm, bei genügend Unterstützung aus den Kreisen der Fachlehrerschaft, das folgende Schreiben zukommen lassen. Dabei gilt: Jede unterstützende Unterschrift zählt und verleiht unseren Wünschen mehr Gewicht. Bitte lest den unten stehenden Brief sorgfältig durch und unterstützt unsere Aktion durch Anwählen der Schaltfläche am Ende.

Wichtig:
Die Online-Petition ist beendet!

www.fachlehrerforum.de zur Zukunft der Fachlehrer m/t an bayerischen Hauptschulen


Sehr geehrter Herr Staatsminister Schneider,

im Zuge der anstehenden Hauptschulreform kam es in unserem Forum bereits vor einiger Zeit zu ausführlichen Gesprächen und Diskussionen über den momentanen Stellenwert und die Zukunft der Fächer, die von den Fachlehrern m/t an bayerischen Hauptschulen unterrichtet werden. Da uns in diesem Zusammenhang einige Missstände aufgefallen sind, möchten wir nun mit dieser Aktion an Sie herantreten. Wir hoffen, dass die von uns vorgeschlagenen Punkte im Zuge der Umstrukturierung der Hauptschule beachtet werden können.

Was uns in diesem Zusammenhang am Herzen liegt ist:

1. Die Fachbereiche GtB, HsB und KtB bilden die Säulen einer arbeitspraktischen Vorbereitung unserer Schüler auf das Berufsleben. Deshalb sollte das Hauptaugenmerk der Hauptschule gerade auf diesen Fachbereichen liegen. Der Stellenwert der angesprochenen Fachbereiche aber ist zurzeit weit von dieser Vorstellung entfernt. Fachfremde Kollegen und Kolleginnen unterrichten die Fächer ohne fundierte Ausbildung und Kenntnisse. In „Aufbaukursen“ soll Wissen vermittelt werden, das sich die Fachlehrerschaft in einer vierjährigen Ausbildung angeeignet hat. Allein die Vorstellung, eine fachfremde Lehrkraft könne sich dieses Fachwissen in kürzester Zeit selbst aneignen, wertet unsere Fächer so sehr ab, dass von einer berufsvorbereitenden Arbeit keine Rede mehr sein kann.

2. Es gibt, um gerade die Fächer KtB und GtB flächendeckend zu unterrichten, viel zu wenige Fachlehrer m/t. Diese Entwicklung hat sich schon seit Jahren angedeutet, es wurde aber kaum etwas dagegen unternommen. Die Aufstockung der Fachlehrerausbildungsstätten in Bayreuth und Augsburg um jeweils 15 Studenten bildet in diesem Falle nur den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein. Auch aus der Tatsache, dass an den Fachlehrerausbildungsstätten in München und Ansbach das Fach Kommunikationstechnik als Erweiterungsfach angeboten wird, wird sich wohl kaum eine Verbesserung der Fachlehrersituation für den Kommunikationstechnischen Bereich ergeben. Da die Anzahl der Lehrkräfte, die Sport und Musik an der Hauptschule unterrichten dürfen, in den letzten Jahren drastisch gesunken ist, werden die in Ansbach und München ausgebildeten Lehrkräfte wohl hauptsächlich in diesen beiden Unterrichtsfächern eingesetzt werden, um die momentane Zahl an Unterrichtsstunden halten zu können. So wäre es für die Zukunft der Hauptschulen und einen fachlich fundierten Unterricht dringend notwendig, weitere Ausbildungsmöglichkeiten für Fachlehrer m/t zu schaffen. Ausbildungsstätten in Niederbayern und Unterfranken wären sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, um gerade diese beiden Bezirke, in denen seit Jahren ein hoher Fachlehrermangel vorherrscht, abzudecken. Abgesehen davon ist die Zahl derjenigen Fachlehrer m/t, die später an einer Hauptschule unterrichten, nur ein Bruchteil dessen, was wirklich die Ausbildungsstätten verlässt, da ja auch die Real- und Berufsschulen mit Fachlehrern eingedeckt werden müssen.

3. Der Mangel an Fachlehrern m/t bedingt auch einen Anstieg an Schulwechseln für die einzelnen Lehrkräfte. Immer häufiger werden Fachlehrer an zwei oder mehr Schulen eingesetzt, was nicht nur für die einzelne Lehrkraft Nachteile mit sich bringt. Vor allem werden Absprachen mit Kollegen immer schwieriger, Schulorganisatorische Aufgaben, selbst um die kleinsten Angelegenheiten zu regeln, nehmen einen immer höheren Stellenwert ein und der Fachlehrer an sich wird immer häufiger als austauschbar und für den Schulalltag unwichtig eingestuft. Am Ende sind es wie immer die Schüler, die darunter leiden müssen, dass sie ihre Fachlehrkraft kaum mehr erreichen, oder dass Probleme aus Zeitmangel nicht gelöst werden können, weil die Lehrkraft gleich nach dem Unterricht auf dem Weg zur nächsten Schule ist. Dass zudem das Hauptaugenmerk in der Beurteilung einer heutigen Lehrkraft auf dem Bereich der „außerunterrichtlichen Tätigkeiten für die Schule“ liegt, steht zu dieser Tatsache in krassem Widerspruch. Dieser Umstand unterstellt jedem Fachlehrer, der sich in der wenigen Zeit an seiner Zweit-, Dritt- oder sogar Viertschule eher für seinen Unterricht und den einzelnen Schüler einsetzt, als dafür, das Profil der Schule zu stärken, eine schlechte Lehrkraft zu sein.

4. Immer mehr Schulen neigen aus der momentanen Situation heraus dazu, den Mangel an Fachlehrern m/t durch neue Klassenzusammensetzungen zu überbrücken. So ist es mittlerweile häufiger der Fall, dass Fachunterricht in KtB oder GtB in Gruppen mit einer Klassenstärke bis zu 20 Personen gehalten werden muss, in Räumen, in denen weder genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, noch geltende Bestimmungen zur Sicherheit am Arbeitsplatz eingehalten werden können. Auch sind wohl bereits Fälle aufgetreten, in denen Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe gemeinsam unterrichtet werden, weil der Fachlehrermangel so groß ist. Um die Schüler wirklich optimal in den Fachbereichen zu schulen, ist es nötig, auf die Schüler eingehen zu können. Dies ist bei einer zu hohen Klassenstärke oder in gemischten Gruppen 9/10 nur noch eingeschränkt möglich. Fachgruppen in den Bereichen sollten im allerhöchsten Fall 15 Personen umfassen. Weiterhin ist zu diesem Punkt zu sagen, dass eine Vermischung von Regel- und M-Klassen-Schülern innerhalb einer Gruppe nicht tragbar ist, da eine wirkliche Differenzierung nur sehr schwer aufrecht erhalten werden kann und es kaum möglich ist, ein realistisches Mittlere-Reife-Niveau, entsprechend der Anforderungen an der Realschule, zu erreichen.

5. KtB hat für die Zukunft der Schüler einen hohen Stellenwert, da mittlerweile in fast jedem Beruf mit dem Computer gearbeitet werden muss. Von der ehemaligen Kultusministerin Frau Monika Hohlmeier in einer Rede vom 30.11.2002 als „Kulturtechnik“ tituliert, gewinnt gerade dieser Fachbereich an immer größerer Bedeutung für die Schüler und jeder Art von berufsvorbereitender Schule. Deshalb ist es kaum verständlich, weshalb der KtB-Unterricht in der 7. Jahrgangsstufe nur einstündig stattfindet, während die beiden anderen Fachbereiche doppelstündig angeboten werden. Hier sollte unbedingt eine Aufstockung der Stundenzahl erfolgen. Bereits ab der 8. Klasse wäre eine Aufstockung des Unterrichtsangebotes auf 3 Wochenstunden wünschenswert. Auf diese Weise könnten die Schüler die 8. Jahrgangsstufe mit einem guten Fachwissen beenden, bevor sie sich für die Wahl eines der drei Fachbereiche entscheiden müssen.

6. Der Werkunterricht in der 6. Jahrgangsstufe muss wieder einen wichtigeren Stellenwert erhalten. Aufgrund mangelnder werktechnischer Inhalte ist das Grundwissen der Schüler, wenn sie in die 7. Klasse kommen oftmals nur mittelmäßiger Natur. Deshalb sollte der Fachlehrplan WtG 6 wieder mehr am Folgefach GtB orientiert sein.

7. Buchführung und KtB sind zwei Fächer, die beide einen hohen Stellenwert einnehmen. Es kann also nicht sein, dass der KtB-Unterricht beschnitten wird, um Buchführungsinhalte in diesem Fach mit unterzubringen. Beide Fächer sind zu wichtig, um eines zu kürzen. Deshalb sollte Buchführung aus dem Bereich KtB ausgenommen werden. Für Buchführung sollten eigene Stundenkontingente geschaffen werden, um dieses wichtige Fach ausreichend unterrichten zu können und es nicht nur einigen wenigen Schülern in einer Arbeitsgemeinschaft zu vermitteln. Außerdem sollte Buchführung bereits ab der 7. Jahrgangsstufe unterrichtet werden. Nur unter Beachtung dieser Punkte ist es für die Schüler, die den Mittlere-Reife-Zug der Hauptschule verlassen, überhaupt möglich, mit Schülern einer Realschule zu konkurrieren, wenn es um die Suche einer freien Stelle in kaufmännischen Berufszweigen geht.

Deshalb unsere Wünsche für die Zukunft:

- Mehr Fachlehrer m/t für Bayern, weniger fachfremder Einsatz in unseren Fachbereichen.
- Vor allem in den Prüfungsklassen (9. und 10. Jahrgangsstufe) kein fachfremder Unterricht in unseren Bereichen.
- Fachlehrer an nur einer Schule, um den vielfältigen, auch außerschulischen Anforderungen gerecht werden zu können.
- Kleinere Gruppen in den Fachbereichen. Eine Gruppenstärke von 15 Personen darf keinesfalls überschritten werden.
- KtB in der 7. Jahrgangsstufe zweistündig. Ab der 8. Jahrgangsstufe alle drei Fachbereiche dreistündig.
- WtG 6 wieder mehr werktechnisch orientiert.
- Buchführung als eigenständiges Fach. KtB hat zu viele wichtige Inhalte, um diese zugunsten des Buchführungsunterrichts aus dem Jahresverlauf zu entfernen. Buchführungsunterricht ab der 7. Klasse.

Am Ende sollte also die Aufwertung des praktischen Bereichs im Profil der zukünftigen Hauptschule stehen. Wir hoffen darauf, dass unsere Vorschläge angenommen werden und in die Zukunftsplanung einfließen können und würden uns über eine Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Antworten bitte nur in: http://www.fachlehrerforum.de/viewtopic.php?t=934
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Bernhard
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Unterschriften

Beitrag von Bernhard »

Da in der nächsten Forenversion die Unterschriftenerweiterung nicht mehr enthalten sein wird sichere ich hier die Unterschriften. Nochmals Danke für eure Teilnahme!

Oliver Hergesell, Straubing 07.01.2007, 17:36
Klaus Herrmann-Formhals, Coburg 07.01.2007, 19:59
Bernhard Seibert, Lauterbach 08.01.2007, 01:25
Sabine Wyhnalek, Moosinning 08.01.2007, 09:29
Carsten Bordes, Weidenberg 08.01.2007, 10:58
Gerhard Scherzer, Bad Windsheim 08.01.2007, 16:00
Ramona Mages, 93073 Neutraubling 08.01.2007, 16:30
Maria Wallrapp, 08.01.2007, 17:14
Anke Riedlberger, 86438 Kissing 08.01.2007, 18:41
Lothar Eichenlaub, 84072 Au i. d. Hallertau 08.01.2007, 19:12
Günter Weiß, Ingolstadt 08.01.2007, 19:36
Lisa-Maria Seibold, Kirchseeon 08.01.2007, 20:58
Alexandra Stahl, Hirschaid 08.01.2007, 21:01
Zarko Cagalj, München 08.01.2007, 22:53
Stefanie Jochum, Würzburg 08.01.2007, 23:55
Astrid Bartsch, Forchheim 09.01.2007, 12:10
Marcus Brunner, Büchenbach 09.01.2007, 14:56
Wolfgang Hochhäusler, München 09.01.2007, 15:08
Sabine Meier, Schnaittach 09.01.2007, 18:41
Sabine Biechele, Gaimersheim 09.01.2007, 18:51
Herbert Schießl, 94327 Bogen 09.01.2007, 19:57
Franz Eckart, 85435 Erding 09.01.2007, 20:09
Josef Götz, Ingolstadt 10.01.2007, 18:33
Volker Schön, Ebermannstadt 10.01.2007, 22:16
Marina Schießl, Schönthal 13.01.2007, 11:59
Josef Sedlmeir, Inchenhofen 14.01.2007, 13:17
Evi Wagner, Miesbach 14.01.2007, 13:40
Alexa Hecking, Aschaffenburg 15.01.2007, 14:37
Barbara Gottwald, 97616 Bad Neustadt a. d. Saale 15.01.2007, 18:50
Ralf Riepold, 16.01.2007, 19:05
Christiane Redler, 17.01.2007, 14:29
Johanna Beutmiller, Kranzberg 18.01.2007, 17:31
Kristin Habelt, Bad Windsheim 19.01.2007, 17:58
Andreas Fichtner, Bayreuth 20.01.2007, 22:14
Wolfgang Wessely, Amberg 24.01.2007, 18:21
Christian Schramm, Würzburg 25.01.2007, 22:43
Martina Faber, geb. Seeber, Kirchseeon, bei München 29.01.2007, 11:47
Michael Mayer, Waging 03.02.2007, 18:42
Simone Raudonat, München 04.02.2007, 13:16
Andreas Stark, Schwandorf 06.02.2007, 12:15
Werner Kleine-Brockhoff, Augsburg 08.02.2007, 09:09
Corinna Franzel, Deggendorf 08.02.2007, 15:12
Silke Dreseler, Aschaffenburg 09.02.2007, 11:21
Alexandra Schyma, Bad Neustadt/Saale