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Jetzt muss ich doch mal was los werden... in der Hoffnung vielleicht noch ein paar "objektive" Meinungen oder subjektive Erfahrungen zu hören, die mir irgendwie weiterhelfen.
Ich habe aufgrund diverser Faktoren den Eindruck, dass ich mit jedem Schuljahr in einen noch saureren Apfel beißen muss und keine Chance bekomme "Karriere zu machen", wenn man das als Beamter überhaupt so bezeichnen kann. Weder ich, noch mein Personalrat kann sich erklären, woran das liegen könnte. (Aus zeitlichen Gründen verzichte ich jetzt auf eine umfassende Auflistung aller Ereignisse seit 2006 ...)
Momentan stehe ich jetzt schon vor folgender Entscheidung:
Entweder ich kündige und suche mir iiiiiirgendeinen anderen Job, in dem ich vielleicht glücklicher werde und gerechter behandelt werde...
... oder ich werde zu einem typischen Ich-mach-wenn-überhaupt-nur-das-Nötigste-Lehrer.
Die dritte Möglichkeit nämlich - dem Burnout erliegen - habe ich für mich schon ausgeschlossen
Hat hier irgendjemand schon mal eine ähnliche Situation gehabt und einen Weg für sich gefunden, mit dem man zufrieden sein kann? Ich weiß momentan wirklich nicht mehr weiter mit dem Fachlehrerdasein...
Ich war wie schon Dieter sehr oft in dieser Situation.
Heute bin ich verabschiedet worden, ich konnte noch Altersteilzeit nutzen.
Ich würde dir vorschlagen:
1. Unbedingt Beamter bleiben, obwohl du ja Beamt-IN- bist, hab ich das richtig in Erinnerung? Du würdest bei einer Kündigung so viel kaputt machen, was du dir schon erarbeitet hast. Und das willst du dem Staat doch nicht schenken?
2. Ich könnte dir raten, im kommenden Schuljahr ein paar Wochen in einer psychosomatischen Klinik zu verbringen. Sofern das deine Krankenkasse bezahlt, was heutzutage nicht mehr so leicht ist. Dort finden sich jede Menge LehrerInnen. Du bist dort nicht alleine.
3. Wenn möglich die Schule wechseln. Vielleicht stellst du einen Versetzungsantrag.
4. Ansonsten "Dienst nach Vorschrift" machen und dir eine befriedigende Beschäftigung in einem Verein suchen, wo dein Einsatz anerkannt wird. Oder einem Hobby nachgehen, das dich ausfüllt.
5. Aber ansonsten gilt: Lass dich nicht kaputt machen. Es dankt dir niemand!
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Hallo an alle,
aufgrund deines Beitrages habe ich mich hier im Forum angemeldet.
Ich kann dich gut verstehen, geht mir und einem Kollegen auch so. Aber von welcher Karriere sprichst du überhaupt. Es gibt so viele Umstände die für eine Karriere wichtig sind, viel Leistung erbringen ist nur ein Punkt von vielen.
Die Motivation, meine Motivation ist nicht die Karriere, sondern die Tatsache, dass der Schüler jetzt oder in ein paar Jahren sagen kann:" Ich habe es zu etwas gebracht, vor allem, weil der Herr oder Frau XXX in der Schule etwas gutes im Unterricht gemacht hat. Ich verdanke meine Karriere genau solchen Lehrern, da ich immer zu Faul war in der Schule etwas zu tun. Wenn du hierzu noch die Kraft und den Willen hast, bist du aus meiner Sicht ein sehr guter Lehrer und solltest diesem System erhalten bleiben. Erfreue dich an kleinen Erfolgen, schaffe dir Freiraum für Projekte an denen du und die Schüler Spaß haben können.
Wenn es abar nur um Karriere geht, wenn du mehr Geld verdienen willst, dann musst du das Beamtenverhältnis verlassen. Bedenke aber, die "Freie Wirtschaft" geht oft viel schlechter mit ihren Mitarbeitern um. Natürlich gibt es auch positive Beispiele. Sei ein guter Lehrer, beschäftige dich zu 100% mit deinem Unterricht und du wirst Glücklich. Bei UNS, mein Kollege und ich, hat es geklappt.
Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft und gebe nicht auf, zu viele von uns haben das bereits getan.....
Grüße
Commander-007
@Dieter
Danke, ich meld mich mal, wenn ich Zeit finde. Bin aber demnächst sehr oft unterwegs.
@tabsi
Erst mal herzlichen Glückwunsch und genieß deine Zeit!
Ich stelle schon seit 5 Jahren Versetzungsanträge, schreibe Initiativbewerbungen, führe Telefonate und persönliche Gespräche etc. Es ist auch vollkommen egal was meine Kollegen oder Chefs für Empfehlungen aussprechen... ich bleibe Kanonenfutter und muss jeden Tag zwei Stunden Fahrt auf mich nehmen. Der 4. Punkt, den du aufgezählt hast klingt ganz gut. Muss es nur noch mit mir vereinbaren können, dass meine Arbeit nicht so wichtig ist und dass ich mich durch Termine nicht mehr unter Zeitdruck stellen darf. Das ist etwas schwer für mich (und mein Gewissen). Dann bleibt nur noch der Ärger über das viele Geld und die Nerven, die beim Pendeln auf der Strecke bleiben. Die verbieten ja sogar, dass ich meine Stunden freiwillig auf 4 Tage verteile, damit ich mir einen Tag Fahrt sparen kann. Das ist so sinnlos...
@Commander-007
Unter Karriere machen verstehe ich, nicht nur meine Vollzeitstunden vor Schülern zu stehen und wieder nach Hause zu gehen. Ich wollte mein Fachwissen schon immer teilen und Kollegen dabei helfen ihren Unterricht zu optimieren. Planung und Organisation bin ich auch nicht abgeneigt. Mehr Verantwortung, mehr Abwechslung... das waren meine Ziele. Ich weiß schon gar nicht mehr auf wie viele Stellen ich mich deswegen beworben habe und wie viele Empfehlungen ich bekommen habe. Aber in so einem ungerechten und unlogischen System bin ich wohl einfach falsch. Die wollen gar nichts großartig verbessern oder ändern oder an sich selbst arbeiten. Immer schön lächeln, die Klappe halten, alles abnicken und möglichst günstig für den Staat sein. Da stellen sich mir alle Nackenhaare hoch! Deswegen stehe ich ja vor dieser "Sackgasse". Entweder werd ich selbst zu etwas, das ich nie werden wollte oder ich steige aus. Mit beidem bin ich nicht wirklich zufrieden.
Aber es tut gut zu hören, dass andere einen Weg gefunden haben. Hoffe ich schaffe das auch noch.
Hallo Jota,
jetzt bin ich aber etwas erstaunt. Zuerst habe ich die Situation falsch eingeschätzt. Ich hatte es so verstanden, dass dein Einsatz für deine Arbeit nicht gewürdigt wird. Du kannst also ein Ziel nicht erreichen, ok, aber warum soll das System deswegen schlecht sein. Jetzt macht diese Arbeit ein anderer oder eine andere. Damit musst du Leben, wie viele andere auch die der Meinung sind etwas besser zu können als andere. Du unterstellst also den Personen, die diese Entscheidung treffen, dass sie Unfähig sind!!!
Da würde ich den Kopf nicht hängen lassen und dieses Ziel weiter verfolgen. Möglicherweise klappt es noch irgendwann. Aber manche Ziele bleiben im Leben unerreichbar und ich bin trotzdem Glücklich
Grüße
Commander-007
Also in gewisser Weise muss ich Steffi da schon recht geben mit dem, was sie schreibt. Die Erfahrungen im "Dienst des Staates" sind oftmals sehr frustrierend. Und wenn man selbst engagiert ist und sich einsetzt und immer vorne dran ist, wenn es darum geht, Verbesserungen zu schaffen, und dafür weder ein Dankeschön hört oder anderweitig gewürdigt wird, kann einen das durchaus frustrieren. Vollkommen unabhängig davon, ob man sich selbst für "fähiger hält", sondern vielmehr davon, dass man selbst ganz objektiv "engagierter ist".
Nur um einige Auszüge zu schildern:
Ich selbst engagiere mich nicht nur mit meiner Website und hier im Forum als Moderator in Sachen Weiterbildung und kollegialer Zusammenarbeit und habe jahrelang fortgebildet, sondern war bereits Betreuungslehrer, Fachberater und regionaler Multiplikator. Ich denke, dazu gehöre ich zumindest zum engagierteren Teil der Fachlehrerschaft.
Und dennoch:
- musste ich 10 Jahre darauf warten, endlich in den von mir gewünschten Regierungsbezirk versetzt zu werden (wenn nicht sogar WEGEN meines Engagements)
- werde ich regelmäßig bei der Bewerbung um einen Posten als Betreuungslehrer für die Studenten in der Ausbildung abgelehnt (weil angeblich niemand gebraucht wird - in Wirklichkeit aber neue Leute nachrücken, die die richtigen Leute kennen)
- kann ich in meinem aktuellen Schulamtsbezirk nicht Fachberater werden (weil keine Stunden für den Fachberater vorhanden sind!)
Dies war nur ein sehr kleiner Abriss der Dinge, die man in unserem Beruf zu schlucken genötigt ist. Und wenn man tagtäglich sieht, dass Leute Posten übernehmen, die sich dort entspannt zurücklehnen und sich darüber freuen, jetzt 3 Stunden die Woche weniger arbeiten zu müssen, anstatt sich wirklich für ihren Posten einzusetzen, dann geht mir schon auch die Galle hoch.
Dass Steffi, die ich als ebenso engagierte Lehrkraft kenne, da frustriert ist, kann ich durchaus nachvollziehen. Und "Du unterstellst also den Personen, die diese Entscheidung treffen, dass sie Unfähig sind!!!" ist ein in diesem Fall absolut unangebrachter Satz. Menschen, die diese Entscheidungen treffen, sind nicht unfähig, sondern Menschen. Menschen machen Fehler. Nicht alle davon müssen bewusst sein. Aber es gibt durchaus Ungerechtigkeiten bei Versetzungen und Beförderungen. Davor brauchen wir nicht die Augen zu verschließen.
@Jota:
Lass dich nicht unterkriegen! Ich gebe Tabsi recht, dass du zu viel Zeit investiert hast, die du jetzt wegwerfen würdest. Versuche einen Weg zu finden, der dich das Negative akzeptieren lässt, indem du das Positive herausstellst.
Hallo Borcas,
erstmal finde ich schon, dass Sie den Vorgesetzten eine gewisse Unfähigkeit unterstellt, und zwar die, ihre Fähigkeiten nicht zu erkennen. Das habe ich so verstanden. Ob sie es so gemeint hat oder nicht ist für mich nicht von besonderem Interesse. Wenn jemand so eine Karriere machen möchte gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Du machst das was deine Vorgesetzten von dir erwarten. Dann klappt es.
2. Du bist so wie du bist und machst wovon du überzeugt bist. Dann klappt es nicht.
Natürlich kann man gegen eine Ungerechtigkeit ankämpfen. Aber warum soll ich dadurch meine Lust an der Arbeit verlieren. Auch bei mir an der Schule gibt es das. Wenn ich als Fachlehrer in die Qualifizierungsebene 4 will, dann muss ich ab jetzt das tun was mein Vorgesetzter erwartet. Nicht zwei Wochen, nicht ein Schuljahr sonder über mind. 10 Jahre. Dann klappt das auch. Jedem Fachlehrer bei uns an der Schule ist das klar. Es ist schön wenn ihr gegen solche Ungerechtigkeiten ankämpfen wollt, aber ich denke bei Fachlehrern gibt es wichtigere Baustellen.
Grüße
Commander-007
Ich würde nicht behauptet, dass sie unfähig sind Kompetenzen zu erkennen, aber ich unterstelle, dass das System zuerst aufs Geld schaut, dann kommt die Vetternwirtschaft (die Person, die aktuell meine gewünschte Stelle bekommen hat kanns nämlich einfach nicht... und das fällt auch jedem auf) und ob etwas sinnvoll ist oder nicht interessiert eigentlich niemanden. Die Vorgesetzten wissen genau was ich kann und welche "schlimmen Probleme" (auch Mehrarbeit genannt) ich in so einem System verursachen könnte...
In meinen Augen ist es nicht sinnvoll Vorgesetzten in den A.... zu kriechen, sondern die Aufgaben eines Amtes ordnungsgemäß auszuführen und Missstände offen anzusprechen, damit sich etwas zum positiveren verändert. Aber genau DAS will das Schulsystem offenbar nicht. Sie wollen niemanden, der darauf hinweist, dass etwas nicht optimal läuft oder gewisse Arbeiten vernachlässigt werden, denn das würde ja bedeuten, dass irgendjemand MEHR oder BESSER arbeiten muss!
Im Übrigen habe ich heute erfahren, dass ich an der "neuen" Stammschule den Tastschreibunterricht geben darf, der von der Chefin nicht mal beantragt worden ist(!) ...und obwohl im ganzen Schulamtsbezirk kein Fachlehrer mehr dafür eingesetzt werden sollte. An meiner bisherigen Stammschule übernimmt Tastschreiben nun ein Klassenleiter. So habe ich jetzt wie erwartet nicht mehr genug Stunden um an meiner bisherigen Stammschule zu bleiben, sondern muss genau an die Schule, zu der ich auf keinen Fall wollte und deshalb sogar mehrfach persönlich meinen Schulrat darum gebeten habe. Bin auf die Erklärung gespannt. Für mich ist das nämlich jetzt nur noch reine Schikane!
Hallo Jota,
ok, da gebe ich dir schon auch meine Zustimmung, dieses System ist nicht perfekt, trotzdem sucht sich ein Vorgesetzter eine Person aus die in seinem Sinne handelt. Dazu muss man nicht gleich jemanden in den A... Kriechen., aber, wie du und ich schon festgestellt haben, bestimmte Dinge muss man schon tun. Wenn man das nicht will, darf man eben nicht alles kritisieren. Ich kritisiere lieber und mache keine Karriere. Was ist das überhaupt für eine Karriere. Das Geld von A11 in A12 kannst dir woanders leichter verdienen. Unser A12 muss einiges dafür manchen, da steht schon ein enormer Zeitaufwand dahinter. Je mehr die Schulen sich öffnen, umso größer wird der Druck auf diese Stellen. Wir hatten auch schon welche die diese Stellen wieder aufgegeben haben.....die schöne Zeit, wo sich diese Personen auf diesen Posten ausgeruht haben und die anderen die Arbeit gemacht haben ist vorbei, bei uns zumindest ist das so. Ich Persönlich finde es trotzdem Schade, dass Personen wie du darunter Leiden müssen und sich möglicherweise für die Schule nicht mehr einsetzten. Das mit deiner Abordnung an die andere Schule ist natürlich gemein und klingt nach einem Racheakt.
Viel Kraft für das neue Schuljahr...
Grüße
Commander-007
Wahrscheinlich tickt mein Verstand einfach nicht wie ein Beamter... In meinen Augen setze ich die Personen an gewisse Stellen, die den größten Vorteil für alle bringen (Engagement, Fachkenntnis, Arbeitsbereitschaft) und nicht die Leute, die mir am wenigsten Arbeit machen, weil sie nicht aufmucken und alles brav hinnehmen.
Ich hab jetzt jahrelang dafür gearbeitet und mehr gemacht als die Person, die jetzt die Stelle besetzt (dabei ging es mir übrigens nie um das bisschen Geld, das man mehr bekommt oder Ermäßigungsstunden, sondern einfach nur darum mit meinem Wissen andere unterstützen zu können). Und so wird mir das alles gedankt!? Das kann ich einfach nicht mehr nachvollziehen und akzeptieren. Ja, es ist traurig, aber ich lasse mich nicht mehr ausnehmen.
Und genau das ist ja der Punkt. @Commander: Wenn du meinen Post oben richtig gelesen hast, geht es ja eben genau darum, dass es Kollegen wie Jota und andere (schließe mich mal ein), die nachweislich mehr leisten als andere, sich engagieren, einbringen, viel arbeiten. Ich persönlich bin auch noch nie mit einem Schulrat quer gekommen oder ähnliches. Krieche zwar dafür niemand in den Hintern, bin aber auch kein grundlegender Quertreiber. Das Problem gab es bisher noch nicht.
Dennoch werden andere Leute auf Posten gesetzt, für die sie definitiv ungeeignet sind. Und die sich dann, anstatt mit vollem Engagement zu arbeiten, tatsächlich zurücklehnen und die paar Euro extra für drei Feierabendbier mehr und die Poolstunden genießen.
Und das dürfte eigentlich nicht sein. Aber es ist so. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und kann meist sehr gemein darüber lächeln, wenn dann jemand aus den höheren Reihen da steht und sich über den mangelnden Arbeitseinsatz beklagt. Aber dass man sich wie Jota darüber ärgern kann, wenn man ungerecht behandelt wird, kann ich schon nachvollziehen. Und ich finde, man sollte den Frust auch ruhig mal rauslassen dürfen.