Zukunft der Hauptschule

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wodga
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Hauptschulinitiative - Jetzt Handeln!

Beitrag von wodga »

Wie ich den Beiträgen entnehmen kann ist die Situation überall in Bayern die selbe. Meine Frage wäre nun wie transportiert man diese Erfahrungen in die Köpfe der Administration - sprich des Ministeriums. Vielleicht sollten wir eine Art offenen Brief an Kultusminister Schneider schreiben - Stichwort Hauptschulinitiative - Überlegungen zur Stärkung der praktischen Fächer, unterschrieben von allen Forenteilnehmern.

Borcas, hast du nicht eine stille Neigung zu Romanen? ;-)

Vorschläge?
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Borcas
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Beitrag von Borcas »

Nicht nur eine stille... *lach*

Aber ich will nicht derjenige sein, der immer den Vorreiter spielt, allein schon weil ich zur Administration dieses Forums gehöre. Mir wäre es wesentlich lieber, wenn sich aus den Reihen unserer User jemand dazu bereit erklärt, ein solches Schreiben aufzusetzen.
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Jossi
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Beitrag von Jossi »

Meine Aussagen hier sind Feststellungen. Ich möchte hier und auch sonstwo keinen Lehrer nach Leistung beurteilen. Dafür sind ja auch andere da.

Ich stelle nur den Vergleich zu Fachfremd und HH, da mir nicht ganz klar ist, warum es Lehrer gibt, die sich für weitere Fächer fort- und weiterbilden dürfen und Lehrer mit gleicher Qualifikation dürfen das nicht. Nur das leuchtet mir nicht ein.
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wodga
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Offener Brief

Beitrag von wodga »

Jossi: Liest du dir eigentlich die Threads nicht durch? Ich sehe kaum einen Zusammenhang zwischen dem von dir gesagten und dem zuvorgesagten.

Hat jemand konkrete Vorschläge wo man so einen Brief lancieren könnte, direkt an Herrn KM Schneider, über eine (Verbands-)Zeitung. Ist jemand von euch diesbezüglich aktiv und erfahren?
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard »

Ich komme gerade von der Ausschuss-Sitzung der Fachgruppe Fachlehrer im BLLV und mir schwirrt noch der Kopf. :) Die Idee einer Unterschriftenaktion finde ich ein gutes Signal an die Regierung. Wichtig ist dann aber der Inhalt. Da die Problematik erkennbar ist sollten jetzt alle zusammen helfen, eigene Ideen entwickeln und vorstellen. Egal wie absonderlich sie zuerst klingen mag. Machen wir einfach ein Brainstorming mit euren Ideen. Ich möchte nicht anfangen, da ich schon einige durch die Fachgruppe gehört habe und hier nur "Widerkäuer" wäre. Benutzt bitte für eure Vorschläge den neuen Thread.

http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php?t=787
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tabsi
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Beitrag von tabsi »

Also ich muss mich hier jetzt auch mal zu Wort melden, weil mir sehr viel unter den Nägeln brennt.

Fakt ist, dass (und ich musste das schon schmerzlich in diesem Forum erleben) ein gewisser Konkurrenzkampf herrscht zwischen FachlehrerInnen HH, jetzt EG, und FachlehrerInnen mt.
Einige postings hier sprechen das auch aus.
Ich erlebe das in meinem Schulalltag nicht, da ich, wie schon erwähnt an einer Förderschule unterrichte und wir 4 Fachlehrerinnen HH sind.
Hier unterrichten die Klassleiter den gewerblich technischen Bereich, heißt bei uns gewerblich technische Praxis.

Und dieser Konkurrenzkampf oder Neid oder Eifersucht oder wie ich das nennen will, ist nicht gerade förderlich für das Projekt "Mehr Fachlehrer an die Hauptschule".

Ich hatte übrigens letzte Woche eine super Fortbildung durch einen Referenten Fachlehrer mt. Wir bauten eine Sendeanlage Radio Eriwan nach einer Idee von V. Schön.

Ich wurde zu Beginn dieses Schuljahres gefragt, ob ich nicht die gewerblich-technische Praxis an unserer Schule übernehmen möchte. Das hab ich dann doch abgelehnt.

Ein Fachlehrer mt wird für unsere Schule nicht genehmigt.

Und das ist nämlich der springende Punkt. Die ganze Misere ist nicht alleine Sache des Kultusministers, sondern des Finanzministers.

Wo gehen denn die Gelder für die Bildung hin? Milliarden müssen jetzt in die Elite-Universitäten gesteckt werden. Was ich ja sehr löblich finde, denn ich bin einfach der festen Überzeugung, Deuschland kann nur vorankommen, wenn die Elite gefördert wird.

Ein großer Batzen geht natürlich immer noch an das G8.

Und da bleibt für die Hauptschule nicht mehr viel Geld übrig. Es wird sowieso gespart, wo es nur geht: Beim Sport, in Kunst, und eben in unseren Fächern.
Nur in Religion nicht, aber das nur am Rande.

Einen kleinen Lichtblick sehe ich im Vorstoß Schneiders, die Hauptschule als berufsvorbereitende Schule umzugestalten. Wie schon ein Vorschreiber ausführte, bekommen dann die praktischen Fächer mehr Bedeutung. Ich erläuterte das schon, dass es dieses Fach an der Förderschule bereits gibt. In der 9. Klasse sind das 6 Wochenstunden, die Klasse ist geteilt, so sind das schon 12 Lehrerstunden.

Hinzufügen möchte ich noch, dass die Fachlehrer HH im BLLV sich mit sehr lauter Stimme einmischen in Form der Waltraud Lucic, die sich wirklich wahnsinnig engagiert:

http://www.bllv.de/fg-fachlehrer/hh/

Sie hat auch durchgedrückt, dass das Fach Handarbeit in der Grundschule verankert blieb. Das Ministerium wollte es ja rausnehmen.
Allerdings mit viel Zugeständnisse an den Lehrplan und mit der Vorgabe, dass das Fach in Zukunft 'Werken, Textiles Gestalten' heißt.

Ich hoffe nicht, dass über kurz oder lang alle Fachlehrer dem Rotstift zum Opfer fallen. Es wird eben nur noch nach Bedarf ausgebildet und wenn das Ministerium oder der Finanzminister bestimmt, dass kein Bedarf notwendig ist, dann sieht es schlecht aus.

Ich wollte nicht schwarzmalen, ich wollte nur ein paar Gedanken dazu einbringen.

tabsi
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Beitrag von Borcas »

Ich denke nicht, dass es hier um die Konkurrenz zwischen HH und MT geht.

Die meisten von uns kommen an den Schulen hervorragend mit den Fachkolleginnen des anderen Bereichs klar.

Der Punkt ist:

Stell dir vor, eine Kaufmännische Angestellte kommt in die Schule, sieht dir zweimal beim Kochen zu und übernimmt dann deinen HSB-Unterricht.

Darum geht es und um nichts anderes!
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Beitrag von Bernhard »

Eine aktuelle Pressemitteilung des KMs vom 13.11.2006 (auf 11.11 datiert) zeigt uns weitere Details der Zukunftspläne:
... Ziel der Entwicklung der Hauptschule ist es, die Absolventen
ausbildungsfähig zu machen und sie in die Lage zu versetzen, ein
selbständig gestaltetes Leben zu führen.

"Mein Ziel ist es, dass möglichst jede Schülerin und jeder Schüler mit den
erforderlichen Grundkompetenzen vor allem in Deutsch und Mathematik und der notwendigen Einstellung die Hauptschule mit der Ausbildungsreife
abschließt und eine berufliche Ausbildung beginnen kann", so Minister
Schneider. Dazu werde die Hauptschule künftig Ausbildungsprofile anbieten, in denen sich für Hauptschulabsolventen berufliche Möglichkeiten eröffnen.

Der Praxisbezug in der Hauptschule werde durch verpflichtende Praktika wie auch Schüler- und Übungsfirmen und eine intensive Zusammenarbeit mit Unternehmen gestärkt. ...

Die Sozialkompetenzen und die Werteerziehung spielen in der Hauptschule
künftig eine noch stärkere Rolle, so der Minister. Um die individuelle
Förderung zu unterstützen, müssen die Ganztagsangebote ausgebaut werden. ...
Kommentar:
Diese PM ist sehr enttäuschend. Die Profilbereiche definieren sich anscheinend an den vorhandenen Betrieben im Schulumfeld. Außerdem nervt mich, dass der Lehrer angepasst an die gesellschaftlichen Erwartungen immer stärker als Erzieher definiert wird. Wird das Studium auch zum Facherzieher und Hauptschulerzieher umgestellt? Ich habe gelernt Wissen zu vermitteln und nicht Sozialpädagoge zu sein.
:fight:
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Moni
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Beitrag von Moni »

tabsi hat geschrieben: Es wird eben nur noch nach Bedarf ausgebildet
Sorry das hat zwar jetzt wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich glaube der Bedarf ist ja wohl nicht so hoch, wenn sie lieber die Stunden der FLA´s im ersten Jahr von 12 auf 10 kürzen, und den Schnitt für die Staatsnote auf 2,5 ... :nein:
Der ist glücklich in der Welt, der sich selbst für glücklich hält
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tabsi
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Beitrag von tabsi »

@Bernhard:
Das sind alles nur Gedankenspiele des Herrn Kultusministers Schneider. Was Definitives ist das noch nicht.

In trockene Tücher kommt das erst nach diesem Termin:
Im März 2007 wird die Weiterentwicklung der Hauptschule bei einem Kongress in Ingolstadt der Öffentlichkeit vorgestellt.
Und bis das Ganze real umgesetzt wird, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen, denke ich.

Aber so wie es aussieht wird es so ablaufen wie in der Förderschule. (kürzlich sagte eine Kollegin aus der Regelschule: Die Chaoten in der Hauptschule sind die Gleichen wie an der Förderschule.)

Hier gehen die Schüler auch jeweils 2 Wochen pro Halbjahr (8. und 9. Klasse) in die Betriebe. Und in der Schule gibt es halt das Fach Berufs- und Lebensorientierung.

Ganz wichtig finde ich diesen Satz:
Die Hauptschulen müssen alle Anstrengungen unternehmen, um das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler zu stärken. Die Mitarbeit der Eltern ist dabei unverzichtbar.
Denn daran mangelt es den Hauptschülern am allermeisten. Aber im Elternhaus bekommen sie das leider nicht vermittelt und die Schule ist dann Reparaturwerkstätte. Viele Lehrer sind dadurch überfordert. Ich auch des öfteren.

tabsi