Lieber Nofo,
ja, leider hat sich die Fachlehrer-IG, die wir vor vielen Jahren gegründet hatten, weil damals sehr vielen Kollegen einiges unter den Nägeln brannte, mittlerweile komplett aufgelöst. Wir hatten damals tatsächlich einiges "erstritten", anderes "angestoßen" - aber wie das leider so zu sein scheint: Wenn die Probleme abnehmen, weil eine Interessenvertretung etwas erreicht hat, verlieren die Betroffenen das Interesse daran... bis die Probleme wieder zunehmen. DANN schreien alle wieder, warum es keine Vertretung für uns gibt.
Gerade aber aus der Situation heraus, dass wir damals einigen Leuten auf die Füße treten konnten und sich dadurch ein wenig verbessert/verändert hat, schöpfe ich die ERkenntnis, dass eine Interessenvertretung für unsere Fachschaften durchaus sinnvoll wäre. Denn in erster Linie war es uns damals möglich, allein durch unsere Existenz den "großen" Verbänden zu zeigen, dass hier Kollegen sind, deren - teils vollkommen andere - Belange ein Sprachrohr benötigen und neben den vielen "normalen" Lehrern nicht in Vergessenheit geraten dürfen.
Leider fällt auch mir keine Alternative ein, eine spezielle Interessenvertretung gibt es zur Zeit nicht. Ich kann nur immer dazu raten, sich egal an welcher Stelle für die Belange der Fachlehrer einzusetzen. Sei es im ganz kleinen im eigenen Kollegium, sei es auf regionaler Ebene als Fachschaft, Fachberater oder im Personalrat, etc. Sei es überregional in den Verbänden und Gewerkschaften (z. B. GEW, BLLV, ...)
NoFo hat geschrieben: 08.07.2020 06:31Ohne Belege zu haben würde ich vermuten, dass der Unterschied lediglich in der Besoldung und Beförderung (Schulleiter usw.) deutlich wird, in der "Leistung" jedenfalls belegbar nicht.
Vielen Dank für diese Worte! Ich glaube, es ist der falsche Weg, uns gegenseitig die Qualifikation anhand eines Bildungsweges abzusprechen. Natürlich wäre es schön, wenn alle Kollegen eine fundierte fachliche Ausbildung erhalten - ein langjähriges gut durchdachtes Studium - bevor sie vor Kinder treten. Denn viele unserer Zweitqualifikanten und anderen wegen des leidigen Lehrermangels notwendigen "Helferlein" sind selbst zu Beginn unzufrieden und überfordert. Aber da dies nicht möglich ist, halte ich eine gegenseitige Unterstützung für den viel sinnvolleren Weg. Und das heißt für mich ausdrücklich NICHT, dass jeder einfach vor sich hinwursteln soll, denn "das Jahr geht schon irgendwie rum". Aber anstatt zu sagen: "Ich bin Fachlehrer mit abgeschlossenem Studium, aber du hast keine Ahnung" sollte man den Kollegen lieber dabei unterstützen, seine evtl. zu Beginn vorhandenen Defizite schnellstmöglich zu überwinden - im Sinne der Schüler.