Erfahrungen mit Japansäge

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Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von sunshine-sr » 26.10.2008 10:35

Wie sind denn eure schulischen Erfahrungen mit der Japansäge? Wenn ich in die Schreinereien schaue, scheint es ja keine Feinsägen mehr zu geben.

Verwendet ihr Sägen mit oder ohne Rücken?

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Borcas
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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von Borcas » 26.10.2008 11:21

Hatte an meiner alten Schule Japansägen.

Für die 10. Klassen sehr geeignet, für die 9. auch, wenn es sich um eine ordentliche Gruppe handelt.

In der 8. Klasse würde ich die Japansägen nicht einsetzen, weil der Anschaffungspreis schon sehr hoch ist und die Schüler die Werkzeuge doch sehr leicht kaputt machen können. Denke, hier sollte man auf die gute alte Feinsäge zurückgreifen.
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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von AJ_Fox » 15.09.2019 14:21

Hallo Fachlehrer!

gibt es denn evtl ein Update nach über 10 Jahren in Bezug auf Japansägen?
Ich stehe gerade vor der Entscheidung welche ich anschaffen soll, allerdings zerbreche ich mir den Kopf, was am besten geeignet ist? Im Moment interessiere ich mich für die Säge von Dictum Kataba Super Hard Compact 180, Power Grip. Diese habe ich auch selber am Staatsinstitut schon genutzt und finde sie praktisch und kompakt. Allerdings ist sie auch recht kurz mit lediglich 18 cm Sägeblattlänge.

Hat jemand damit Erfahrungen oder andere Anschaffungen, die empfehlenswert sind?

Gruß AJ

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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von bernd » 15.09.2019 20:56

Wir benutzen beide Arten von Sägen.

Feinsäge: Bahco Proficut Feinsäge, gerade 250 mm

Das ist eine Top-Feinsäge mit langer Haltbarkeit. Besser noch als Feinsägen von Weba.

Zur Japansäge. Diese Sägen sind sehr empfindlich in Schülerhand, da die Zähne leicht verbiegen und zum Teil ausbrechen und für Schülerhand lieber etwas handfesteres besser geeignet ist, die auch mal klemmen dürfen usw.

Wie gesagt, ich habe beide Sägen im Einsatz, aber Aufgrund der motorischen Fähigkeiten der Schüler ist die Feinsäge im Unterricht die bevorzugte Wahl :ja:

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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von nightwash » 15.09.2019 21:55

Meiner Meinung nach hängt der Einsatz der Japansäge von der Klasse und der Lehrkraft ab.

Wenn ich sehr viel Wert auf gutes Werkzeug und saubere Schnitte lege, komme ich an der Japansäge nicht vorbei. Für die Schule würde ich allerdings nur Japansägen mit Rücken anschaffen, da viele unsere Schüler mit zuviel Kraft arbeiten und die guten Sägen, wie die von Dictum, ein sehr dünnes Blatt haben. Wenn du alleine an der Schule bist bzw. deine Kollegen auch sorgsam damit umgehen, steht der Anschaffung nichts entgegen.
Bei undisziplinierten Klassen, bzw. schlecht geschulten Schülern (falsche Fußstellung, zwei Hände zum Sägen, Sägen an den Körper und nicht dran vorbei usw.) wäre natürlich ein zweiter Satz mit Feinsägen nicht schlecht.

Gruß

Martin

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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von Borcas » 16.09.2019 09:17

Auch nach über 10 Jahren hat sich an meiner Haltung von oben nicht viel verändert. Ich habe beides im Schrank, die Japansägen sind für die 7. tabu, bei der 8. kommt es auf die Gruppe an, ab der 9. wird sie im Regelfall standardmäßig genutzt. Das hat bisher immer gut funktioniert.

Meine Japansägen haben keinen Rücken, um auch mal tiefere Schnitte durchzuführen. Aber gerade deshalb gehen sie eben nur in erfahrene Hände.
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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von sunshine-sr » 16.09.2019 09:48

Servus in das Forum,

der Einsatz der Japansäge macht nur in Schulen und Gruppen Sinn, in denen alle Beteiligte verantwortungsvoll mit Werkzeug und Material umgehen.

In 7 ist die Feinsäge zu empfehlen. Da viele Sägen auf Schub arbeiten, muss auch diese Art des Sägens geschult sein. Ab 8 kann - je nach Fähigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Schüler - die Japansäge zum Einsatz kommen. Sie muss gut eingeführt werden, denn die Sägetechnik ist nun eine andere. Aus der Erfahrung an vielen Seminarschulen empfehle ich eine rückenverstärkte Japansäge. Bei fachgerechter Handhabung versteift sich das Blatt der Japansäge über den Zug. Diese Technik mit rückenfreien Sägen zu erlernen, hat sich als schwierig erwiesen.

Meine Empfehlung daher: Rückenverstärkte Sägen aus dem Fachhandel, evtl. mit Möglichkeit zum Blattwechsel. Die Sägen unter Verschluss halten, wenn nicht sicher ist, wer, wie damit arbeitet. Ergänzend einige rückenfreie Sägen für tiefere Schnitte. Auf keinen Fall Sägen aus dem Discounter- oder auch Baumarktbereich. Sollte Material in einem Schraubstock gesägt werden, dann unbedingt auf die Zähne achten.

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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von schulti » 18.09.2019 10:11

Hello,

habe ja schon ewig nicht mehr hier reingeschaut. :) Also ich habe mal von Dictum (ich hoffe es ist jetzt o.k. zwecks Werbung) angeschafft. Und die Japansägen sind gold wert. Auch in den niedrigen Jahrgangsstufen. Die sind wirklich stabil und halten einiges aus. Ab und zu muss natürlich mal eine Sägeblatt wechseln, aber die Feinsägen wären inzwischen auch stumpf geworden. Meiner Meinung nach hat die Feinsäge ausgedient.

Hier noch mal der Link:
https://www.dictum.com/de/japansaegen-b ... rip-712848

Viele Grüße

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Re: Erfahrungen mit Japansäge

Beitrag von AJ_Fox » 25.09.2019 23:26

Ich danke euch für die Tipps. Hatte jetzt auch in allen meinen Gruppen 7 - 9 meine eigene Säge von Dictum zur Verfügung gestellt, um zu sehen, wie die Schüler damit zurechtkommen. Große Bedenken kamen bei mir auf wegen dem sehr dünnen Sägeblatt. Mit Rücken scheint die Säge sehr stabil zu sein. Ohne kann ich mir das schwer vorstellen. Werde wohl die 'mit Rücken' Variante besorgen und evtl ein paar ohne als Test.
Die kurze Länge hat mich aber absolut überzeugt. Die langen Versionen werden von den Schülern sehr oft falsch gehalten.

Lg AJ

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