Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

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Lenz
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Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

Beitrag von Lenz » 19.11.2010 22:08

Viele Schulen und Bildungseinrichtungen bereiten ihre Schüler im Rahmen des EDV-Unterrichts auf EDV-Zertifikate (ECDL, IC³, Xpert) vor. Als Begründung wird meist eine einheitliche Grundlage angeführt.

Inhaltlich beschränken sich diese Prüfungen auf Software-Funktionen und lassen z. B. DIN 5008/Schriftverkehr außen vor. Auf den Internetplattformen arbeiten die Schüler teilweise mit Aufgaben, die gemessen an DIN 5008 grobe Formfehler enthalten.

Warum wird eigentlich immer mehr dazu übergegangen, die Schüler in erster Linie zu Programm-Experten auszubilden? Sollte es nicht darum gehen, Handlungssituationen aus der beruflichen Praxis unter Einbeziehung der Software zu lösen?

Ich muss meine Schüler auf Prüfungen dieser Art vorbereiten und sie mit stümperhaften Lernplattformen (ohne Orientierung am Regelwerk) arbeiten lassen. Wie kann ich am besten damit umgehen, zumal ich damit ein erhebliches Problem habe. Aber die Entwicklung geht doch überall in diese Richtung.

Versteht ihr meine Bedenken? Ich bitte dringend um euren Rat.

Reisi
Gast

Re: Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

Beitrag von Reisi » 23.11.2010 19:54

Hallo Lenz,

meine Meinung kennst du ja bereits. Aber in deinem ersten Satz hast du dir die Lösung doch schon selbst gegeben. Du hast geschrieben:"Viele Schulen und Bildungseinrichtungen bereiten ihre Schüler im Rahmen des EDV-Unterrichts auf EDV-Zertifikate (ECDL, IC³, Xpert) vor. Als Begründung wird meist eine einheitliche Grundlage angeführt."
Im EDV-Unterricht, also was hast du mit der DIN für ein Problem????? Du kannst den Schülern doch die Din-Normen im Wirtschafts-Unterricht beibringen!!!
Der EDV-Unterricht ist dafür da, den Schülern die Programme beizubringen und die Grundlagen und andere schöne Sachen. Da hat ja die DIN sowieso nichts verloren. Übungen aus den ECDL-seiten sind oft von *.at, die Österricher werden wohl keine Dinhaben :)

Gruß Reisi

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Lenz
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Re: Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

Beitrag von Lenz » 23.11.2010 21:40

Hallo Reisi,
Reisi hat geschrieben:Der EDV-Unterricht ist dafür da, den Schülern die Programme beizubringen und die Grundlagen und andere schöne Sachen. Da hat ja die DIN sowieso nichts verloren.
Die DIN 5008 bildet die Grundvoraussetzung für eine rationelle Textverarbeitung und gehört daher sehr wohl in den EDV-Unterricht. Es ist ja kein Themenfeld, dass man mal durchnimmt und dann wieder zu den Akten legen kann. Sobald die Schüler die Regeln kennen gelernt haben, sollen sie diese auch anwenden können.

Im Vordergrund des berufsbildenden Unterrichts sollten eher Situationsaufgaben aus der kaufmännischen Praxis stehen, die mithilfe der Software zu lösen sind.

Natürlich finde ich eine gründliche Schulung der Software sehr empfehlenswert, nur ist der ecdl (oder xpert) nicht speziell auf Kaufleute zugeschnitten. Da müsste es mal Alternativen geben. Es ist eben etwas anderes, ob ich Kaufleute ausbilde oder Realschüler vor mir habe.
Reisi hat geschrieben:Übungen aus den ECDL-seiten sind oft von *.at, die Österricher werden wohl keine Dinhaben
Doch, an österreichischen Schulen wird nach DIN 5008 gelehrt.

Reisi
Gast

Re: Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

Beitrag von Reisi » 23.11.2010 22:51

Hallo Lenz,
Lenz hat geschrieben:Die DIN 5008 bildet die Grundvoraussetzung für eine rationelle Textverarbeitung und gehört daher sehr wohl in den EDV-Unterricht. Es ist ja kein Themenfeld, dass man mal durchnimmt und dann wieder zu den Akten legen kann. Sobald die Schüler die Regeln kennen gelernt haben, sollen sie diese auch anwenden können.
Ok. Ich glaube wir brauchen konkrete Beispiele, sonst drehen wir uns im Kreis. Gelernte Regeln sollen angewendet werden. Damit bin ich einverstanden. Wo sind denn in den ECDL-Übungen so viel DIN 5008 Verletzungen? Beispiele wären gut.
Lenz hat geschrieben:Im Vordergrund des berufsbildenden Unterrichts sollten eher Situationsaufgaben aus der kaufmännischen Praxis stehen, die mithilfe der Software zu lösen sind.
Wieder das gleiche Problem. ECDL ist doch nicht gleich berufsbildender Unterricht im engen Sinne!? Bei uns an der Schule gibt es AG Informatik, AG ECDL und den ganz normalen KtB bzw. Wirtschaftsunterricht. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Im KtB-Unterricht machst du ja sowieso Situationsaufgaben! Und die nicht Situationsaufgaben z.B. 7. Klasse: Übungen zur Zeichenformatierung kann ich mir 1:1 von den ECDL-Seiten herunterladfen und mit den Schülern durchnhemen. Dies ist nur e 1 Beispiel, habe noch genügend andere.
Lenz hat geschrieben:Natürlich finde ich eine gründliche Schulung der Software sehr empfehlenswert, nur ist der ecdl (oder xpert) nicht speziell auf Kaufleute zugeschnitten. Da müsste es mal Alternativen geben. Es ist eben etwas anderes, ob ich Kaufleute ausbilde oder Realschüler vor mir habe.
Warum sollte der ECDL auf Kaufleute zugeschnitten sein? Der ECDL ist ein Zertifikat, das ... habe ich oben schon geschrieben. Und die Alternativen: Selbst eine Zertifikat ausarbeiten und eine Menge Kohle damit machen ;)

Gruß Reisi

P.S. Ich will nicht streiten! Ich glaube wir haben unterschiedliche Meinungen zum ECDL und unterschiedliche Schülergruppen. Momentan drehen wir uns im Kreis!

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Re: Amateur-Prüfungen auf dem Vormarsch - Was kann ich tun?

Beitrag von Lenz » 23.11.2010 23:00

Hallo,

ja, ich unterrichte nämlich Berufsschüler und da setze ich natürlich andere Schwerpunkte. Ich finde nicht, dass wir uns im Kreis drehen. Ich finde es nämlich sehr interssant zu erfahren wie der EDV-Unterricht an den Regelschulen organisiert wird. Dafür ist so ein Forum ja da :D

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