Legasthenie im KTB-Unterricht

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Bernhard
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von Bernhard » 24.09.2012 10:32

Ich bin der Meinung, dass du bei einem Schreibanfänger mit geforderten 600 Anschlägen auf 500 Anschläge reduzieren kannst. Dies sollte im Rahmen deines persönlichen Ermessens liegen. Eine Senkung um 100 entspräche damit genau dem Verhältnis von einem Sechstel wie bei 1200 zu 1000. Sonst wäre der Anspruch bei Schreibanfängern ja zu niedrig. Wo steht denn, dass es immer 200 sein müssen? Die Vorgaben bezogen sich ja auf die Prüfungen in 9 und 10.
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von FKD » 24.09.2012 20:53

Wenn ein Legastheniker normalerweise 50 % Zeitbonus erhält, dann müsste er umgerechnet bei einer 10-Minuten-Abschrift nur 2/3 der geforderten Anschlagszahl erbringen.
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von Bernhard » 24.09.2012 21:01

Ich habe keine Ahnung wer die 200 bei Prüfungen festgelegt hat. Vielleicht liegt es ja daran:

Der Schüler hat zwar beim Lesen und Tastschreiben die gleichen Probleme wie sonst, aber die Aufgabe verlangt im Unterschied zu sonstigen Arbeiten in der Schule zu 100% nur Reproduktion - also die einfachste Form.
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von badteacher » 21.04.2013 19:15

Ich habe bis jetzt auch schon ein paar Legastheniker gehabt. Habe da die Erfahrung gemacht, wenn ich sie runterbringe vom: Ich lese den Text und schreibe ihn - zu einem: ich sehe den Buchstaben und tippe ihn, ab da hatte ich keine Probleme mehr mit dem Erreichen der nötigen Anschlagszahlen.
Sie haben hauptsächlich die Fehler beim Lesen der Wörter und der Umsetzung gehabt.
Beim Erkennen von einem einzelnen Buchstaben und die korrekte Umsetzung funktioniert.
Habe gerade eine in der 10M mit festgestellter Legasthenie. Inzwischen ist sie bei den 10-Min-Abschriften bei 2500 Anschlägen mit 0 bis 3 Fehlern; also super. Über Briefe und sowas brauchen wir gar nicht reden, da werden sie zum Glück nicht gewertet.
Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem.

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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von jota » 10.05.2017 13:32

Hab mich dem Thema nochmal etwas genauer angenommen und wollte mal meine Sicht hier aufführen.

Ich bin persönlich nämlich auch kein Fan davon einem Schüler mit Lese-Rechtschreib-Störung länger schreiben zu lassen (Unruhe der anderen Schüler). Daher habe ich die geforderte Schreibleistung prozentual berechnet.

Vorgabe ist ja ein Zeitzuschlag von 2 - 5 Minuten beim Tastschreiben (je nach pädagogischer Entscheidung).

Folgendes Beispiel:
Normale Schüler: 10 Minuten, 1000 Anschläge = 100 Anschläge/Minute.
Nachteilsausgleich: 12 Minuten, 1000 Anschläge = 83 Anschläge/Minute.
Gerundet also ca. 80 % der geforderten Schreibleistung der normalen Schüler.
80 % von 1000 Anschlägen = 800 Anschläge (also eine Verringerung um 200 Anschläge, tadaaa!)

Jetzt mit weniger geforderten Anschlägen (prozentual sogar ganz einfach zum Kopfrechnen ;) ):
Normale Schüler: 10 Minuten, 500 Anschläge.
80 % von 500 Anschlägen = 400 Anschläge (also eine Verringerung um 100 Anschläge!)

Meine Schüler und ich sind mit der prozentualen Anpassung sehr zufrieden, da sie transparent und gerecht ist. Ich finde nämlich nicht, dass eine Probearbeit im regulären Sachunterricht 1:1 vergleichbar mit einer 10-Minuten-Abschrift ist. Bei praktischen Probearbeiten am Computer geht das natürlich leider nicht so leicht und man steht wieder vor dem Problem der Unruhe, während der Schüler mit Nachteilsausgleich noch weiterarbeiten darf. Deshalb verstehe ich auch die Fraktion an Kollegen, die sagen, dass es einheitlich gehandhabt werden soll und die restlichen Schüler eben eine andere Beschäftigung erhatlen müssen.
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von Marina » 15.05.2017 09:30

Länger schreiben halte ich (genau wie Jota) wenig zweckmässig, da es einfach zu unruhig ist. Ich rechne auch die Mindestanschlagszahl runter. Meiner Erfahrung nach brauchen die wenigsten LRS-Schüler einen Zeitzuschlag bei anderen Probearbeiten und geben lieber regulär ab, auch wenn sie ihn bekommen würden.

Woher kommt die Vorgabe von einem Zeitzuschlag bei Tastschreiben von 2 - 5 Minuten???

Mittlerweile hat sich die Sachlage ja eh wieder geändert und es gibt Notenausgleich und Notenschutz. Mir wurde es so erklärt, dass jetzt bei jedem Schüler individuell geschaut werden muss, was er erreichen kann und inwieweit seine Beeinträchtigung berücksichtigt wird.

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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von jota » 24.05.2017 11:45

Marina hat geschrieben:Woher kommt die Vorgabe von einem Zeitzuschlag bei Tastschreiben von 2 - 5 Minuten???
Bei einem Zeitzuschlag für LRS von 20 % - 50 % komme ich bei einer 10-Minuten-Abschrift auf 2 - 5 Minuten Zeitzuschlag.

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... chO2016-33
(ja, das steht "die Arbeitszeit um bis zu ein Viertel, in Ausnahmefällen bis zur Hälfte der normalen Arbeitszeit zu verlängern", man könnte auch 2,5 Minuten - 5 Minuten sagen, dann isses ganz korrekt. :rolleyes: Aber ich mag den Zeitzuschlag ja sowieso nicht...)
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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von Marina » 27.05.2017 15:25

Ah, jetzt weiß ich, wo die Angabe herkommt! Danke für den Link!

Nachdem jetzt sowieso jeder betroffene Schüler einen individuellen Nachteilsausgleich bekommt, ist ja genau geregelt, wer welchen Zeitzuschlag nützen kann. Genauso verfahre ich dann bei 10-Minuten-Abschriften, nur halt nicht mit dem Zeitzuschlag sondern die entsprechende Herabsetzung der Mindestanschlagszahl. Nachdem aber die Zeit individuell genau festgeschrieben ist, haben wir da ja eh keinen Spielraum. Man muss halt für jeden Schüler extra schauen.

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Re: Legasthenie im KTB-Unterricht

Beitrag von jota » 20.11.2017 16:59

Nachdem ich in diesem Jahr sehr viele LRS-Schüler mit unterschiedlichem Nachteilsausgleich habe, habe ich endlich die Excel-Tabelle für die Schüler fertig gemacht. Bisher habe ich die Berechnungen selbst durchgeführt, aber in Zukunft können die Schüler ihre geforderten Anschläge selbst berechnen lassen und gleich korrekt eintragen. Wäre super nett, wenn mir jemand sagen könnte, ob die Datei idiotensicher/selbsterklärend genug zum Ausfüllen ist. :rolleyes: :D

Ich habe nur noch ein Problem: Die Tatsache, dass Schüler mit längerer Schreibzeit auch mehr Anschläge schaffen, was sich bei der Fehlerprozentbewertung unter Umständen positiv auswirken könnte, macht mir noch etwas Bauchschmerzen. Mir ist natürlich klar, dass die Schüler in der längeren Zeit auch mehr Fehler in den Text schreiben könnten. Die komplette prozentuale Umrechnung ist mir momentan aber einfach zu umständlich.
Wie ist eure Einstellung zu der Problematik?
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