Post auf dem Dienstweg

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bine1810
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Post auf dem Dienstweg

Beitrag von bine1810 » 22.06.2019 19:29

Ich bin Lehrerin in NRW.
Aufgrund einer Schwerbehinderung habe ich vor 4 (!) Wochen einen Antrag auf Pflichstundenermäßigung gestellt.
Dies muss "auf dem Dienstweg" geschehen. Ich habe den Antrag also bei meinem Schulleiter abgegeben.
Der war darüber wenig "amused" und reagierte extrem sauer.

Meine Befürchtung ist, dass er den Antrag jetzt mit Absicht lange auf seinem Schreibtisch liegen lässt, damit die Bezirksregierung möglichst bis zum neuen Schuljahr keine Entscheidung dazu treffen kann.

Meine Frage:
Weiß hier jemand, wie lange ein Schulleiter so einen Brief "verzögern" darf?
Gibt es für ihn Fristen, in denen er einen "Dienstwegbrief" weiterleiten muss?

Da die Stimmung so angespannt zwischen uns ist, möchte ich ihn (noch) nicht danach fragen.
Am Montag werde ich die Bezirksregierung anrufen und fragen, ob der Antrag eingegangen ist.
Wenn nicht, werde ich ihn fragen.
Würde mich sehr über eine fundierte Antwort freuen.
LG

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Borcas
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Re: Post auf dem Dienstweg

Beitrag von Borcas » 24.06.2019 12:07

Hi! Kann dir nicht sagen, wie das in NRW ist... und da du nicht geschrieben hast, an welcher Schulart du bist, sind meine Infos vielleicht noch weniger wert... aber:

In Bayern, Mittelschule, beginnt der Dienstweg nicht zwangsläufig beim Schulleiter, da der Arbeitgeber nicht die einzelne Schule, sondern das zuständige Schulamt ist. Hier kann also direkt beim Schulamt eingereicht werden. Ganz allgemein steht dir bei einem Problem mit dem Vertrauensverhältnis immer der Weg offen, dich an deinen zuständigen Personalrat zu wenden und dort Informationen einzuholen, oder dich auch direkt wegen Infos an die höhergestellte Stelle zu richten. Gerade bei wichtigen dienstrechtlichen Belangen würde ich am Besten dort nachfragen, die wissen am Besten, wie das bei euch geregelt ist. Nicht, dass du notwendige Fristen nicht einhältst und im Endeffekt die Blöde bist.

Übrigens ist jeder Dienstvorgesetzte auch Fürsorgepflichtig, wenn es um sein Personal geht. Ein Schulleiter wird also, gerade wenn es um gesundheitliche Einschränkungen geht, mit Sicherheit selbst darauf achten, solche Dinge bevorzugt abzuarbeiten. Auch wenn er in der heißen Planungsphase für das kommende Schuljahr vielleicht nicht begeistert ist, nützt du ihm doch mit geringerer Stundenzahl immer noch mehr, als wenn du aus gesundheitlichen Gründen ganz ausfällst.
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Re: Post auf dem Dienstweg

Beitrag von Borcas » 24.06.2019 12:15

Nachtrag:

Nachdem es sich bei dir um den Fall einer Schwerbehinderung handelt, noch ein Hinweis: Ich gehe davon aus, dass es auch in NRW für die Lehrkräfte eine zuständige "Schwerbehindertenvertretung" gibt. Auch an sie kannst du dich wenden, sie kann dich auf dem Weg zu den Dingen begleiten, die dir zustehen. Bei uns steht die Schwerbehindertenvertretung in ganz engem Kontakt mit Personalrat und Schulamt.
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FL_Hessen
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Re: Post auf dem Dienstweg

Beitrag von FL_Hessen » 29.06.2019 20:33

Das ist ein bekanntes Problem. Es gibt da die Möglichkeit:
1. Vorab per E-Mail (nicht beliebt bei Vorgesetzten) an das Ziel senden.
2. Abgabe mit Kopie und Eingangsstempel (ggf. mit Fristsetzung wegen ...). Fristsetzung ist aber rechtlich nicht möglich, das sollte der Anwalt machen.
3. Verteiler:
- SSA über Dienstweg
- Personalrat
- ... (ist je nach Verteiler in der Beliebtheit nicht erwünscht)
4. Die Behindertenvertretung ansprechen und im Verteiler aufnehmen. (Neutral)

Ich hatte schon folgende Antworten:
Ich prüfe das erstmal bis Monatsende (dann war er versetzt und der Nächste muss dann die Arbeit machen).
Geben sie mir das mal (zum Spionieren von der Schulleiterin - dabei war nicht Sie, sondern in meinem Fall das Amt direkter Ansprechpartner -- vor allem wegen Fristen und langem Dienstweg).


Am besten beim Zielort nachfragen, wie die Post kommen soll, oft will die höhere Ebene direkt die Post oder per E-Mail vorab. Wenn vom Amt eine Antwort mit Verteiler kommt, habe ich dann je nach Fall auch den Verteiler des Amtes genutzt, damit es schneller geht. Leider wird mit Rechten bei Behinderung gerne einiges Übersehen. Das ist ein Dauerbrenner.

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