Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

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Bernhard
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Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

Beitrag von Bernhard » 03.05.2012 12:23

Nach meinem Verständnis ist eine Schalterstunde:
Eine Sprechstunde für Schüler und Schülergruppen zum besseren Verständnis der Aufgabenstellung: "Was meinen Sie bei Aufgabe 2 mit "Berufsbild erstellen? Kann ich die Zeichnung auch erst nach der praktischen Prüfung anfertigen?"

Außerdem können die Schüler die Möglichkeiten im Fachraum abfragen: "Kann ich die Stichsäge im Werkraum benutzen? Darf ich sie von zu Hause mitbringen? Kann ich im Schuldrucker mein 250g/m² Tonpapier drucken? Darf ich meine Küchenmaschine von dupperchefchickenaidsonstwas mitbringen?"

Zuletzt können die Schüler abfragen, welches Material ihnen zur Verfügung steht: "Bekomme ich in der Schule dickes Papier oder nur 80g/m²? Darf ich Zucker und Mehl von der Schulküche benutzen? Darf ich mir die Schrauben aus dem Schraubenlager der Schule nehmen?"
Diese Definition entstand bei mir im Rahmen der Multiplikation. Bayernweit wird der Begriff aber anscheinend für alles mögliche verwendet. Siehe: http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php ... 965#p15965
oder http://fachlehrerseite.de/viewtopic.php ... 962#p15961

Wie seht ihr das?
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Re: Definition Schalterstunde

Beitrag von Borcas » 03.05.2012 12:46

Sehe die Schalterstunde genauso wie du.

Ich sehe sie hingegen NICHT als
a) "Stups-Stunde", in der die Schüler in die richtige Richtung getrieben werden, da ich als Lehrkraft sicherlich keinen Einfluss auf den Verlauf der Prüfung nehmen werde.
b) "Betreuungsstunde", in der die Schüler ihre Projektmappe und sonstigen Arbeiten unter meiner Aufsicht durchführen. Da läuft meiner Meinung nach die Begriffsdefinierung fehl. Wurde aber bereits mehrfach mit dem Ausdruck Schalterstunde konfrontiert, wenn die zur Verfügung gestellten Arbeitszeiten gemeint waren.
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Re: Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

Beitrag von Marc » 03.05.2012 22:38

Hallo erst mal,
ich hoffe ich werde hier nicht als "Planer im Hintergrund" gesehen, sonst wird es ein wenig schwierig mit der Verständigung ;-)
Woher der Begriff "Schalterstunde" kommt, kann ich nicht sagen - ich hatte ursprünglich "Beratungsinsel" vorgesehen - war wohl zu "blumich" :-D
Ich habe die Schalterstunde immer als "Sprechstunde" gesehen und praktiziert, in der die Schüler Unklarheiten ansprechen, eben die von Bernhard ausgeführten Fragen stellen könne. Es kann aber auch sein, dass aktiv nachfrage um etwas über den aktuellen Stand des Projekts und die Beteiligung der Einzelnen herauszubekomme. Im Laufe der "Schalterstunden" habe ich auch immer meinen Bewertungsbogen mit weiteren Infos gefüttert... In meiner Verantwortung als Pädagoge liegt dann die Abwägung ob ich einen Impuls gebe, eine zustimmende Bemerkung mache oder gar keinen Kommentar abgebe - je nachdem wie es das jeweils laufende Projekt meiner Ansicht nach momentan benötigt.
Oft habe ich festgestellt: je weniger ich eingreife desto besser.
Macht halt einfach das, was sinnvoll ist und lasst euch nicht ständig von irgend welchen Meldungen verrückt machen. Wir haben im Bereich Projekt eine rießige Freiheit - warum wollen sich so viele von uns immer ohne Zwang selber einschränken und immer neue Regeln aufstellen??? Nochmal: macht das was sinnvoll ist!!!!!!!!!!!!
Meiner Ansicht nach kam das zweite KMS, weil ständig jemand nachgefragt hat, was er darf und was nicht; dass diese oder jenes was er gehört hat bei ihm nicht geht oder wenn, dann nur ganz anders... Dann wurde versucht, das Ganze nochmal klar zu stellen und rausgekommen ist bei vielen noch mehr Unsicherheit.
Noch ein Satz zum Schluss: Macht das was sinnvoll ist...

Grüße

marc

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Re: Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

Beitrag von Borcas » 04.05.2012 19:58

Hi Marc (G., oder? *lächel*),

danke! Schöner Beitrag! Genau meine Meinung!

Hatten neulich allen Ernstes NOCHMAL ne Schulamtsinterne Veranstaltung, weil von manchen Schulen echt s..blöde Fragen kamen. 80 % Fragen ohne den eigenen Verstand zu benutzen, 20 % Dinge, die schon bei der alten Prüfung so waren und sich aus keinem mir ersichtlichen Grund geändert haben sollten (Ein Beispiel: Was passiert denn, wenn ein Schüler während des Quali krank wird? ... BITTE?????).

Einer der ersten schlauen Sätze, die ich im Seminar lernen durfte: "Gehe nicht zum Fürst,..." Also Augen zu und durch! Wo keine Regel, da können keine Fehler passieren! Ganz einfach!
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Re: Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

Beitrag von Peter G » 08.05.2012 07:52

Hallo Bernhard, ich sehe das genauso, jedoch habe ich eine beratende Funktion. D. h., dass die Schüler mich alles Fragen dürfen und ich ihnen helfen darf. Das ist jedoch nur vor der Durchführung möglich. Bei der Durchführung darf ich nicht mehr helfen. Helfen bedeutet für mich, wenn mich ein Schüler fragt, ob er z. B. eine Holzverbindung so oder so machen soll, dann gebe ich ihm Hinweise mit Vor- und Nachteilen (z. B. stabiler, einfacher, schneller zu fertigen, ...). Dabei gebe ich ihm auch Tipps, welche Verbindung hochwertiger ist, aber auch ob ich den Schüler in der Lage sehe, dass er sie in der vorgegebenen Zeit sauber herstellen kann, oder ob es nicht sinnvoller wäre, wenn er für sich eine einfachere Verbindung wählt, die er in der vorgegebenen Zeit sauber schafft. Hier ist natürlich die Reflexion in der Präsentation sehr wichtig. In der Präsentation stellt der Schüler sein Handlungsergebnis dar und begründet dieses. Z. B. aus zeitlichen Gründen habe ich mich für diese Holzverbindung entschieden, aus Gründen der Stabilität, ...

MfG Peter
Zuletzt geändert von Bernhard am 08.05.2012 08:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Vollzitat entfernt

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Re: Definition Schalterstunde in der Projektprüfung

Beitrag von Bernhard » 08.05.2012 21:05

Hallo Peter,

danke für deine Rückmeldung. Bitte klicke einfach nur auf "Antworten" und erstelle kein Vollzitat von meinen Beiträgen. Der Diskussionsablauf ist doch gut verfolgbar.

Für mich beginnt die Prüfung mit Ausgabe der Leittexte. Die Schalterstunde ist also schon während der Prüfung. Ich versuche mich deswegen möglichst zurück zu halten. Die Schüler haben beim neuen Prüfungsformat ja die Möglichkeit alle außerschulischen Personen zu ihren Werkstückplänen zu befragen. Bei diesem Punkt handeln wir halt - wie Marc es so schön schreibt - in unserer Verantwortung als Pädagoge. Das sind dann immer sehr indivduelle Entscheidungen.

@Marc
Herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Find ich super, dass du dir Zeit für eine Antwort genommen hast. Ich wollte keine "Planer im Hintergrund" blöd anmachen, sondern nur deutlich sagen, dass zum damaligen Zeitpunkt eine erneute Bekanntgabe von "Neuerungen" meine Nerven deutlichst überspannt hätte. Jetzt läuft die Prüfung und es kamen Gottseidank keine Änderungen/Vorgaben mehr - es geht mir wieder besser.

Ich denke, die Vorgaben wurden durch die letzen KMS doch ziemlich konkret darin, dass eine Bewertung nur während der eigentlichen Prüfungszeit nach VSO, bei der Präsentation und für die Mappe zulässig ist. - Ist zwar nicht mehr das, was die ISB-Arbeitsgruppe wollte und was zwei Jahre lang zuerst multipliziert wurde, aber halt aktueller Sachstand. Somit schliesst dies doch eine Bewertung während Schalterstunden aus - egal was sinnvoll erscheint.
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