Eignungsprüfung BK 2015

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Punxsu
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Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Punxsu » 09.02.2015 17:34

Das war unsere Prüfung am 09.02.2015 in Karlsruhe:

1. Teil schriftlich (60 Min.)
Es waren vier Aufgaben. Erstens erkläre zehn Begriffe, da kamen so Sachen wie Frottage, Installation, Farbkontrast, Luftperspektive, Pinselduktus etc. Zweitens analysiere ein Bild (Rachel Ruysch; Titel: Fruchtstilleben mit Hirschkäfer und Nest von 1717) mit deinem fachtheoretischem Wissen. Das Bild bekamen wir als Ausdruck. Drittens vier Kunstepochen zur Auswahl, wähle eine davon (!) und ordne sie zeitlich ein, nenne Künstler und Werke aus dieser Zeit und die Stilmerkmale. Viertens [sinngemäß]: Was war dein letzter Kontakt mit Kunst, wo warst du, welche Künstler, welche Werke hast du gesehen, was fandest du gut, was schlecht und wie hat dich diese Erfahrung beeinflusst.

Eigentlich fair und absolut machbar mit ein bisschen Vorbereitung. Die Zeit war knapper als man zuerst dachte. Trotz Vorbereitung hab ichs natürlich ziemlich vermasselt. Ich war übermüdet, unkonzentriert, hab Leichtsinnsfehler gemacht und mich an wichtige Fakten nicht erinnert. Meine Bildanalyse ist ziemlicher Schwachsinn, mein letzter Kunstkontakt quasi nicht existent (ich empfehle euch besucht zur Vorbereitung unbedingt ein Museum oder eine Ausstellung). Rest ganz ok schätze ich. Zwei Begriffe kannte ich nicht. BK ist ein solches Füllhorn an Information, gerade wenn es um Kunstepochen und Begriffe geht. Kniet euch da besser rein! Ich hatte das alles gelernt, aber unter Zeitdruck und Nervosität Sachen nicht mehr abrufen können. Ich empfehle euch bereitet euch für Kunst ausgiebig vor und wiederholt alles vor der Prüfung.

2. Teil praktisch (180 Min.)
Entweder drei bis fünf Muscheln zeichnen mit Bleistift stark vergrößert, Schatten, Schraffuren, plastische Darstellung etc. (es gab einen ganzen Tisch voller Muscheln zur Auswahl) oder (!) mit Wasserfarben ein Bild malen, Inhalt: Tüten (Einkaufstüten, Stofftüten, Designertaschen was immer ihr wollt) in eigener Anordnung, verschiedene Größen und mit vielen Farbnuancen und/oder Kontrasten.

Meine Einschätzung: Ich hätte gerne gezeichnet. Hatte das extra geübt mehrere Tage. Allerdings fand ich Muscheln ziemlich schwierig für mich als Anfänger. Auch war ich mir nicht sicher wie ich sie korrekt vergrößern sollte und welche Anordnung künstlerisch stark oder schwach gewesen wäre. Gewundene und gefächerte Muscheln, teilweise stark glänzende Muscheln usw. sind auch schraffur- und schattentechnisch nicht so ganz einfach finde ich. Viele Windungen, Reflektionen, knifflige unsymetrische Formen, schwer zu vereinfachen. Ich hatte gehofft es kommt eine einfachere geometrische Form dran, eine Dose, eine Fadenspule, sowas in der Richtung. Also: Malen! Das mit den Tüten (vor allem da wir ein Beispiel in schwarz-weiß bekamen, das wir natürlich nicht kopieren sollten) schien im Vergleich dazu wesentlich einfacher, nicht so fehleranfällig. Zumindest meine Einschätzung. Mein Endprodukt war zwar durchdacht und lief einigermaßen so wie ich es vorhatte, aber irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass es auch ein Bild von einem 10-Jährigen hätte sein können. Kann ich also überhaupt nicht einschätzen wie es ankommt.

Für den praktischen Teil war mehr als genug Zeit zur Verfügung. Ca. die Hälfte der Leute ging schon eine Stunde vor der Deadline. Die Aufgaben waren auffällig unterschiedlich schwer meiner Meinung nach. Das Zeichnen hatte einen extrem abschreckenden Schwierigkeitsgrad für mich als Anfänger zumindest. Und da ich ebenfalls Mal-Anfänger bin kann ich die Schwierigkeit des Tüten-Aquarell vielleicht nicht richtig einschätzen. Es schien auf jeden Fall einfacher zu bewältigen, da man wesentlich mehr Freiraum hatte. Ich empfehle euch übt auf jeden Fall beides! Malen und Zeichnen, da ihr in eine ähnliche Situation kommen könntet, wo ihr euren Favorit evtl. doch nicht nehmen wollt, weil die Alternative subjektiv einfacher scheint.

Alles in Allem war die BK Prüfung fair und machbar! Ich ärgere mich eher über mich selbst. Ich hab viel breiter gelernt und mich wohl am Ende mit der schieren Masse überfordert. Ich hätte mich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren sollen und viel mehr üben. Vielleicht ist diese Erfahrung euch ein Nutzen.
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Lenz
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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Lenz » 10.02.2015 11:18

Puh, das ist natürlich ärgerlich :rolleyes:

Es ist in so einem Fall ja ziemlich schwierig, sich selbst einzuschätzen. Man weiß eben auch nie so ganz genau, nach welchen Maßstäben der Prüfungsausschuss bewertet.

Ich drücke dir die Daumen, dass das Endergebnis doch noch gut bewertet wird :top:

Thalia
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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Thalia » 10.02.2015 13:57

Hallo Punxsu,

erstmal drücke ich Dir die Daumen, dass das doch noch alles geklappt hat. Bei der Zulassungsprüfung hattest Du doch auch eher das Gefühl, es "vermasselt" zu haben. Du scheinst eher jemand zu sein, der seine Leistungen generell schlechter einschätzt als sie tatsächlich sind ;) .

Und dann Danke für Deine Hinweise und Tipps!!! In Kirchheim stehen die Prüfungen in BK und HTW/WL ja "erst" morgen an. Ich bin ja 'mal gespannt, was bei uns so abgefragt wird.

Den theoretischen Teil in BK fand ich bei Euch in KA schon sehr umfangreich, wenn man bedenkt, dass nur eine Stunde Zeit dafür vorgesehen ist. Wenn die Prüfung bei uns ähnlich aufgebaut ist, muss ich echt aufpassen, dass ich bei der Bildanalyse nicht die ganze Zeit "vertrödel" :D . Und so fit, was die Kunstepochen angeht, bin ich auch nicht wirklich...

Hattest Du auch schon die Prüfungen in HTW/WL? Wie lief es denn mit der Nähaufgabe? Und gab es noch eine weitere praktische Aufgabe, wie z.b. Häkeln, Stricken, Knüpfen etc.? Ich befürchte, dass ich das zeitlich nicht "wuppen" könnte. Und auch theoretisch könnte das schwierig werden, da das Fach ja so viele Themenbereiche beinhaltet.

Mal sehen, was der morgige Tag so bringt. In Kirchheim werden beide Fächer am selben Tag geprüft.
Ich werde dann berichten.
Zuletzt geändert von Borcas am 10.02.2015 14:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Punxsu » 11.02.2015 06:00

Stimmt wohl! Bei der 1. Eignungsprüfung hatte ich auch ein mega schlechtes Gefühl. Schätze ich werd zu alt für so'n Prüfungsstress. Früher hat mir sowas nix ausgemacht! ;-)

HTW war ok. Erster Teil war mit Korken ein Stempelbild auf Stoff drücken und mit Stickstichen ergänzen. Vier Stiche waren an der Tafel mit Anleitung, man konnte auch eigene nehmen. Super kreative Aufgabe und eigentlich nicht so schwer, aber rate mal...ich hab nicht so ein gutes Gefühl! ;-) Zweite Aufgabe war ein Stofftier mit der Maschine zusammennähen und umstülpen, noch ein Auge annähen also eigentlich auch wirklich machbar.

Gleich geht's los zu Wirtschaft schriftlich. Endlich mal was wo ich mich deutlich sicherer fühle!
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Gast
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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Gast » 13.02.2015 00:18

Eignungsprüfungen BK + HTW/WL in Kirchheim waren:

BK
1. BK - Theorie (60 Min.):
2 Aufgaben - 1. Von 3 genannten Künstlern (Eugen Roth, Oskar Schlemmer, Pablo Picasso) einen auswählen und Angaben zu Leben, Werk, Kunstepoche und Weggefährten machen sowie Bezug zum Kunstunterricht herstellen. 2. Empfindungen und Erfahrungen des letzten Museums- oder Galeriebesuchs aufzeigen und Bezug zum Kunstunterricht herstellen.
Das war jetzt nicht unbedingt das, was ich mir gewünscht habe :nein:
Mir wäre es durchaus lieber gewesen, wenn auch Fragen zu Farbenlehre und Raumdarstellung gestellt worden wären, oder wenn man eine kleine Bildanalyse hätte machen müssen. In Kunstgeschichte hatte ich beim Lernen meinen Schwerpunkt auf ganz andere Epochen gelegt. Dieser Teil dürfte mehr oder weniger in die Hose gegangen sein.
2. BK - Praxis (150 Min.):
Aufgabenstellung war: "Der Künstler hat sein Werk vollendet und verlässt sein Atelier in Unordnung". Man musste dieses dann 1. zeichnerisch oder 2. malerisch darstellen.
Die meisten Teilnehmer haben hier tatsächlich das ganze Atelier dargestellt. Das hatte ich mir zunächst auch auf dem Aufgabenblatt skizziert, mich dann aber entschieden, mich auf einen Ausschnitt - den Arbeitstisch - zu beschränken, weil auf dem (zumindest nach meinem Empfinden) ja das größte Chaos entsteht (herumliegende Stifte, Reste vom Anspitzen, Radiergummi mit Abriebkrümelchen, Pinsel, kleckernde Farbtuben etc.). Im Nachhinein kam dann aber auch der Zweifel, dass man das durchaus auch als "Thema verfehlt" deuten könnte :/

HTW/WL
1. HTW/WL - Theorie (60 Min.):
Aufgeteilt in 2 "Teile" - 1. ca. 15 Aufgaben/Fragen zur Hauswirtschaftslehre (Ernährung/Lebensmittel). 2. ca. 15-20 Aufgaben/Fragen zur Wirtschaftslehre (Zinsrechnung/DAX/Wirtschaftssysteme/Inflation/Wirtschaftlichkeit von Unternehmen/Sozialversicherung/Arbeitgeberanteil...), teilweise "multiple choice".
Leider gar keine Fragen aus dem Textilbereich, in dem ich meine Ausbildung gemacht habe. Von daher bin ich auch hier sehr skeptisch und habe eher ein schlechtes Gefühl. Ich habe zwar in den empfohlenen Schulbüchern gelesen, aber eben nicht so gelernt, dass ich konkrete Fragen in vollem Umfang beantworten konnte - wie z.B. 5 Arten des Lebensmittelverderbs nennen. Und in Wirtschaftslehre hapert es bei mir doch ganz erheblich, das musste ich leider feststellen.
2. HTW/WL - Praxis (150 Min.):
2 Aufgaben - 1. Stricken oder Häkeln (75 Min.); hierbei durften Bücher zu Hilfe genommen werden. Ich bin nicht wirklich geschickt, was Stricken und Häkeln angeht. Ich habe mich dann für das (für mich) "kleinere Übel" Häkeln (halbe Stäbchen/feste Maschen/Stäbchen/Maschenzunahme/Maschenabnahme/Abketten) entschieden. Ich bin mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden (bin, wie die meisten anderen Teilnehmerinnen auch, nicht fertig geworden). Sticken oder Handnähen hätten mir besser gelegen. 2. Maschinennähen (75 Min.); nach konkreter Arbeitsanleitung. Nähen eines Stofftieres (Hahn) aus 2 quadratischen (bereits zugeschnittenen) Stoffteilen. Selber zuschneiden musste man nur den Schnabel und den Hahnenkamm (aus Filz). Diese Aufgabe fand ich eher einfach. Da die Arbeitsanleitung sehr detailliert war, könnte ich mir vorstellen, dass die genähten Teile zur Bewertung wieder "geöffnet" werden. Um eben zu sehen, ob man etwas tatsächlich auch knappkantig oder füßchenbreit abgesteppt hat.

Alles in allem kam es doch anders, als ich es erwartet hatte :eek:

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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von Thalia » 16.02.2015 13:32

Nachtrag zu BK Theorie :D
Ich war mir bei den 3 Künstlern bei der Theorie-Klausur nicht mehr so ganz sicher, ob Eugen Roth oder Dieter Roth. Ich glaube aber, dass es eher Dieter Roth war ;)
Als kleiner Tipp für diejenigen, die sich nächstes Jahr bewerben wollen: Es ist durchaus ratsam, sich anzuschauen, welche Ausstellungen in der Staatsgalerie Stuttgart oder im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt werden und diese nach Möglichkeit auch zu besuchen.
Dann wäre das bei mir bestimmt auch besser gelaufen.
- In der Staatsgalerie wird gerade die Ausstellung "Visionen einer neuen Welt" von Oskar Schlemmer
- und im Kunstmuseum die Ausstellung "Balle Balle Knalle" von Dieter Roth gezeigt.
Das hatte ich bei meiner Vorbereitung überhaupt nicht bedacht, die Kunstgeschichte auch eher vernachlässigt und mich hauptsächlich auf Farbenlehre etc. konzentriert. Dementsprechend dumm habe ich dann auch aus der "Wäsche" geschaut, als "nur" diese 2 Fragen in der Theorie-Klausur drankamen.
:/

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Re: Eignungsprüfung BK 2015

Beitrag von bluelagune » 16.02.2015 14:18

Hallo,

ja, ich musste auch schlucken als ich die Namen von den Künstlern gelesen habe. Aber zum Glück war noch Pablo Picasso dabei, von dem ich wenigstens ein paar Dinge wusste.

Naja, mal sehn...

toitoitoi

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